Global Opportunities

Japan erlässt «Super City Bill»

Mit Hilfe von regulatorischen «Sandboxen» sollen die Voraussetzungen für die Einführung neuer Lösungen auf der Grundlage von KI, Big Data und Blockchain sowie anderen innovativen Technologien in Bereichen wie Transportwesen, Infrastruktur, Medizin und Bildung geschaffen werden. Verschiedene Städte werden zu diesem Zweck zu «nationalen strategischen Sonderzonen» erklärt, in denen umwälzende Reformen erfolgen sollen, um den Weg für die flächendeckende Einführung digitalisierter Produkte und Dienstleistungen zu ebnen, unter anderem in Form von Telemedizin, einem Transportwesen auf der Grundlage des autonomen Fahrens und bargeldlosem Zahlungsverkehr. Die Zonen sollen ausserdem Investitionen aus dem Ausland anziehen.

Tokyo, Japan

Die Initiative «Super City» und der Digitalisierungsbedarf

Das Konzept der «Super City» nahm seinen Anfang mit der Verabschiedung des gleichnamigen Gesetzes durch das japanische Parlament. Es soll Partnerschaften zwischen Kommunen und privaten Technologieunternehmen erleichtern, die zur Nutzung von KI, Big Data, Blockchain und anderen innovativen Technologien beitragen. Letztlich zielt die Initiative darauf ab, die drängenden demografischen Probleme wie die zunehmende Überalterung der Bevölkerung und den Mangel an Arbeitskräften zu lösen.

Das neue Gesetz soll die Einführung bestimmter Technologien beschleunigen, indem regulatorische Hürden, eingehegt in eine Art «Sandbox-System», gelockert werden. Schwerpunktbereiche, für die neue technologische Lösungen gefunden werden sollen, sind unter anderem ein Verkehrswesen auf der Grundlage des autonomen Fahrens, MaaS, Logistik, virtueller Unterricht, Telemedizin (einschliesslich Datenanalyse und Patientenfeedback), Altenpflege, Katastrophenschutz (schnelle Reaktion auf Basis von Echtzeitdaten), bargeldloses Zahlen, Identifikation, Energiemanagement durch Visualisierung, Abfallwirtschaft und E-Government.

Japan ist sich seit Langem bewusst, dass die digitale Transformation im Land nicht recht voranschreitet, entsprechende Reformen scheiterten aber bislang hauptsächlich an regulatorischen Hindernissen, die Innovationen und damit einhergehenden Initiativen im Weg standen. Mit der COVID-19-Pandemie wurde ein Reformvorstoss der Regierung jedoch unausweichlich.

So hob beispielsweise das Gesundheitsministerium das Verbot für Ärzte auf, Erstkonsultationen bei neuen Patienten online durchzuführen. Die Schliessung der Schulen und der dadurch entstandene Bildungsrückstand verstärkten die Notwendigkeit eines Online-Bildungsangebots. Städte und Gemeinden können nun mit Technologieunternehmen zusammenarbeiten, um diese Lücken zu schliessen, indem sie im Rahmen der Initiative Super City entsprechende technologische Pilotprojekte durchführen.

Erforderliche Lösungen

Es werden vor allem Lösungen benötigt, um Waren mit Hilfe von Drohnen auszuliefern, den lokalen Energieverbrauch zu überwachen und lokal erzeugte erneuerbare Energien bereitzustellen, sowie individuelle Lernservices für Schüler und Studierende und benutzerfreundliche virtuelle Konsultationen und Unterstützung in den Bereichen Medizin und Pflege bei Bedarf anzubieten. Durch Initiativen dieser Art könnte auch das Management im Fall von Katastrophen verbessert werden, wie den landesweiten Überschwemmungen der letzten Zeit. Gleichzeitig könnten Energieverbrauch und CO2-Emissionen weitestgehend minimiert werden.

Um die Speicherung und Analyse der dafür erforderlichen Big Data zu ermöglichen, wird eine Hauptplattform eingerichtet, die alle entsprechenden Daten bereitstellt und mit anderen Plattformen verknüpft ist. Innerhalb dieser Smart Cities wird es von entscheidender Bedeutung sein, personenbezogene Daten effektiv zu schützen und eine übermässige soziale Überwachung zu vermeiden.

Die Schweiz verfügt über ein enormes Know-how in den Bereichen Datenmanagement und Cybersicherheit. Auf diese Tatsache wird der Swiss Business Hub (SBH) Japan bei der Anbahnung von Partnerschaften mit Schweizer Unternehmen zum Aufbau der geplanten Smart Cities dezidiert hinweisen.

Anforderungen an Schweizer Exporteure und Hilfestellung durch den Swiss Business Hub Japan

Bis Ende 2020 werden fünf Smart Cities zur Finanzierung ausgewählt werden. Deshalb ist es für Schweizer Unternehmen, die innovative Lösungen und Produkte in diesem Bereich anbieten, jetzt an der Zeit, eine Präsenz in Japan aufzubauen. Bei Unternehmen, die eine eigene Niederlassung oder Handelsvertreter in Japan haben, wird das SBH Japan gemeinsam mit den jeweiligen japanischen Partnern eine Strategie ausarbeiten, um Fortschritte in diesen Bereichen möglich zu machen. Unternehmen, die noch nach einem Partner in Japan suchen, kann der SBH Japan mit den entscheidenden japanischen Technologieunternehmen in Kontakt bringen, die am Projekt der Smart Cities beteiligt sind. Sobald auf japanischer Seite Interesse gezeigt und bestätigt wird, sind wir gerne bei der Suche nach einem geeigneten Vertriebspartner behilflich.

Da Japan sich bei diesem Projekt auch mit anderen Smart Cities weltweit messen wird, dürften Schweizer Unternehmen mit nachgewiesener Erfolgsbilanz in Projekten wie Hangzhou, Toronto, Helsinki oder Amsterdam einen Startvorteil haben.

Die Schweiz als Innovationsführer

Japan mag weltweit für Technologie stehen, doch seine hohen Fertigungsstandards beruhen nach wie vor hauptsächlich auf dem aussergewöhnlichen Know-how seiner Ingenieure und Fabrikarbeiter, während die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen steckt. Die grossen japanischen Technologieunternehmen bemühen sich daher um die Integration neuer Technologien und suchen die Zusammenarbeit mit ausländischen Start-ups.

Mit einer entsprechenden Kampagne arbeitet der SBH Japan daran, die Schweiz als globalen Innovationsführer zu positionieren. Zu diesem Zweck bauen wir ein Netzwerk aus wichtigen japanischen Playern, insbesondere aus den Bereichen Mobilität, Gesundheitswesen, Robotik, Advanced Manufacturing, Finanzen und Energie, auf. Weitere Industriezweige, in denen dringend Innovation benötigt wird, sind die klimaneutrale Produktion, die Verwertung industrieller Nebenprodukte, biobasierter Rohstoffe und Wasserstoff im Baubereich, um nur einige zu nennen. All dies soll zur Transformation der japanischen Kreislaufwirtschaft beitragen. Japanische Unternehmen informieren sich, wenn sie neue Technologien austesten, auch über das regulatorische Umfeld in der Schweiz, das als wesentlich effizienter gilt als das japanische oder das der EU.

Wenn Sie also Produkte, Dienstleistungen und Technologien anzubieten haben, die zur Lösung des Problems der Überalterung und des Arbeitskräftemangels in Japan beitragen können, wenden Sie sich noch heute an den Swiss Business Hub Japan.

Gemeinsam können wir Türen öffnen.

Super City Initiative

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