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Exportbranche wächst trotz Herausforderungen weiter

KMU-Exportperspektiven 2. Halbjahr 2022

Auch im zweiten Halbjahr 2022 ist mit einem deutlichen Wachstum der Exportwirtschaft zu rechnen. Dies zeigen sowohl die Umfrage zur Exportstimmung von Switzerland Global Enterprise als auch das Credit Suisse Exportbarometer. Während die Nachfrage ungebrochen hoch bleibt, verhindern Lieferkettenprobleme ein noch stärkeres Wachstum. Verantwortlich dafür sind vor allem die Folgen der COVID-19-Pandemie und des Konflikts in der Ukraine.

 

Nach dem aussergewöhnlichen Höhenflug der Schweizer Exportwirtschaft im vergangenen Jahr deuten die KMU-Exportperspektiven darauf hin, dass die Branche auch in den nächsten Monaten weiterwachsen wird. Die von Switzerland Global Enterprise ermittelte Exportstimmung der Schweizer KMU liegt bei 66.6 Punkten und damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Und auch das Credit Suisse Exportbarometer sagt mit 1.49 Punkten weiteres Wachstum voraus. 

Die Umfragen machen aber auch eine kontinuierliche Abkühlung erkennbar, obwohl die Auftragsbücher nach wie vor gut gefüllt sind. Hauptproblem sind die Unterbrüche in der Wertschöpfungskette, die durch die Pandemie ausgelöst wurden und nun durch den Krieg in der Ukraine und die rigide Corona-Politik in China weiter verschärft werden. Inzwischen sind 64% der Unternehmen mit entsprechenden Herausforderungen konfrontiert und damit 19% mehr als noch vor sechs Monaten. Neu tauchen zudem wieder verstärkt Themen wie «Inflation» und «Energie- und Rohstoffpreise» im Sorgenkatalog der Unternehmen auf.

Die wichtigsten Exportdestinationen für Schweizer KMU bleiben die direkten Nachbarländer, die USA und China. Für mehr als 70 % der Unternehmen gehört Deutschland weiterhin zu den wichtigsten Zielmärkten. Dahinter folgen mit grossem Abstand die USA (33 %), Frankreich (25 %), China (23 %), Italien (19 %) und Österreich (17 %). Während die Erschliessung neuer Märkte aktuell nicht zuoberst auf der Agenda steht, liegt Südamerika bei den nach wie vor expansionswilligen KMU ausserordentlich stark im Trend: 11 % aller befragten Unternehmen wollen diese Märkte neu beliefern. Demgegenüber verliert Russland wenig überraschend an Bedeutung und ist fast vollständig von der Prioritätenliste der Schweizer KMU verschwunden.

Andreas Gerber, Leiter Firmenkunden Schweiz bei der Credit Suisse, sagt: «Die Folgen der aktuellen globalen Herausforderungen belasten die Schweizer KMU stark. Im Zentrum stehen die Lieferkettenschwierigkeiten, die aktuell vor allem die Maschinenbaubranche, Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und neu auch die Pharma- und Chemieindustrie treffen. Trotzdem weisen alle Indikatoren darauf hin, dass wir uns auch in den nächsten drei bis sechs Monaten auf ein deutliches Wachstum in der Exportbranche freuen können. Die Gründe dafür sind einerseits, dass die Nachfrage nach Schweizer Produkten ungebrochen hoch ist und für volle Auftragsbücher sorgt. Andererseits haben die Schweizer KMU in den letzten zwei Jahren dank ihrer grossen Innovationskraft und Flexibilität Wege gefunden, mit den Widrigkeiten der Pandemie und nun auch den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine umzugehen.»

Alberto Silini, Senior Director Global Consulting bei Switzerland Global Enterprise (S-GE), stellt fest: «Während bis vor Kurzem noch die Covid-Pandemie die grösste Herausforderung für die Exportwirtschaft war, beschäftigt nun vermehrt der Konflikt in der Ukraine. Geblieben sind die Lieferkettenschwierigkeiten, die sich nach einer kurzzeitigen Erholung wieder intensiviert haben und das Wachstum deutlich bremsen. Neu im Sorgenkatalog der Unternehmen tauchen die Themen «Energie- und Rohstoffpreise» sowie «Inflation» auf, die in den nächsten Monaten deutlich an Bedeutung gewinnen könnten. Schliesslich führt die aktuelle Weltlage dazu, dass einerseits Expansionspläne repriorisiert werden und dass andererseits alternative Regionen wie Südamerika verstärkt in den Fokus der nach wie vor expansionswilligen Firmen rücken.»

 

Weitere Informationen zu den KMU-Exportperspektiven für das 2. Halbjahr 2022 finden Sie in der Broschüre im Downloadbereich. Videostatements zur aktuellen Exportstimmung von Meret Mügeli, Ökonomin der Credit Suisse, und Alberto Silini, Senior Director Global Consulting von Switzerland Global Enterprise, sind hier verfügbar.

Die KMU-Exportperspektiven für das 1. Halbjahr 2023 werden am 26. Januar 2023 publiziert.

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