Success stories

Schweizer Lawinensprengsystem für sichere Verkehrswege weltweit

Die Wyssen Avalanche Control AG aus Reichenbach im Kandertal (BE) stellt spezielle Lawinensprengmasten her. Ein Produkt, das weltweit schon 380-mal installiert wurde, um Skipisten, Strassen und Bahnlinien vor Lawinen zu schützen. Im Interview spricht CEO Samuel Wyssen über die Besonderheiten der Exportstrategie und verrät das Erfolgsrezept.

Rund 380 dieser Lawinensprengmasten sind weltweit installiert
Rund 380 dieser Lawinensprengmasten sind weltweit installiert

Samuel Wyssen, Lawinensprengmasten der Wyssen Avalanche Control AG sind neben der Schweiz auch in Österreich aufgebaut. Das Produkt ist so gefragt, dass in den letzten Monaten weitere Installationen in weiteren Ländern erfolgten. Wo genau?
In den letzten Monaten ging es bei uns Schlag auf Schlag. 2015 kam Kanada dazu, 2016 Norwegen, 2017 die USA und Chile. Diese Märkte wurden also ziemlich schnell erschlossen. Der Marktaufbau dieser Länder ist jeweils sehr aufwändig. So investierten wir beispielsweise sieben Jahre bis der erste Auftrag aus Norwegen erfolgte.  
Wir bekommen zudem laufend neue Anfragen aus Ländern, die mit Schnee- und Lawinenproblemen zu kämpfen haben. Wir werden diese Märkte nun anhand verschiedener Kriterien miteinander vergleich und sie auf ihre Erfolgschancen prüfen. Unsere Ressourcen sind beschränkt und wir müssen uns fokussieren. 

Wie unterscheidet sich das Sprengsystem von der Wyssen Avalanche Control AG zu anderen Systemen?
Unsere Anlagen sind fix installiert. Das heisst, wir können Lawinen per Fernsteuerung zu jeder Tages- und Nachtzeit auslösen. Wenn die kritischen Schneemengen in den Lawinenanrissgebieten erreicht sind, können unsere Kunden beispielsweise auch direkt während eines Schneesturms reagieren, um grosse Schadenslawinen zu verhindern. Das ist ein grosser Vorteil.
In der Schweiz schützen wir mit unserer Technologie Skipisten und Verkehrswege. Im Ausland sind es hauptsächlich Verkehrswege. Beispielsweise in Kanada sind unsere Lawinensprengmasten entlang des Trans-Canada Highway installiert, das ist die wichtigste Ost-West-Strassenverbindung des Landes, sie ist über 7'000 Kilometer lang. 

Wie wichtig ist Ihnen die Nachhaltigkeit bei den Lawinensprengmasten?
Die Nachhaltigkeit und die Umweltverträglichkeit sind uns sehr wichtig. Danach richtet sich auch unser Konzept aus. Mit den Sprengmasten müssen wir nur kleine Eingriffe in die Natur machen, im Gegensatz zu anderen Schutzmassnahmen wie Lawinenschutztunnel, Galerien oder Lawinenverbauungen. Des Weiteren nehmen wir stets Rücksicht auf das Landschaftsbild, unsere Masten werden farblich angepasst. Die Ladungsbehälter bestehen zudem aus biologisch abbaubarem Material und die Anlagen werden mit Solarstrom versorgt.

Welche Bedeutung hat der Export bei der Wyssen Avalanche Control AG?
Für uns ist der Export enorm wichtig. Wir generieren rund 70 Prozent unseres Umsatzes dadurch. Vor allem spüren wir eine Sättigung in jenen Märkten, in welchen wir schon länger aktiv sind. Zwar können wir dort auch neue Produkten lancieren, dennoch suchen wir nach neuen Zielmärkten. Durch den Export können wir zudem mehr Arbeitsplätze anbieten, die erst noch in einer Randregion sind.

Für das Erschliessen neuer Märkte arbeiten Sie mit Switzerland Global Enterprise zusammen. Warum?
Wir sind in einem Nischenmarkt tätig, da sind allgemeine Marktanalysen relativ schwierig. Des Weiteren hilft uns S-GE bei Detailfragen. Beispielsweise in den USA brauchten wir eine Steuerberatung, eine juristische Beratung sowie eine Bankverbindung. Da waren wir um die Unterstützung von S-GE sehr froh. Die vermittelten Kontakte erwiesen sich als Volltreffer.

Die Wyssen Avalanche Control AG wurde im Jahr 2009 gegründet. Lawinen und Sprengsysteme gibt es schon viel länger. Weshalb ist gerade Ihr Produkt auf dem Markt gefragt? Was ist Ihr Erfolgsrezept? 
Über den Preis können wir uns nicht differenzieren, aber mit unserer Schweizer Qualität und dem Schweizer Innovationsgeist. Diese Werte können wir dank unserem starken 35-köpfigen Team erreichen, das kreativ ist und täglich neue Ideen für den Kunden sucht. Das ist der wichtigste Grund.
Der andere Grund ist die Art, wie wir einen Markt erschliessen. In jedem Land, in welchem wir tätig sind, gründen wir eine Niederlassung. Das bringt uns zwar Zusatzkosten, aber wir können unsere Marke vor Ort stärken, die Angebote noch genauer auf die Kundenbedürfnisse anpassen und näher am Kunden sein. Wir sind überzeugt, dass wir so langfristig erfolgreicher sind. 

Über die Wyssen Avalanche Control AG

Samuel Wyssen, ausgebildeter Maschinen- und Wirtschaftsingenieur mit einem MBA, hat das Unternehmen im Jahr 2009 gegründet. Er entwickelte den Lawinensprengmasten bereits 1999 und führte diesen in verschiedene Märkte ein.
Samuel Wyssen verfolgt damit den Pioniergeist seines Grossvaters. Dieser hatte bereits 1926 mit einer Sägerei einen Familienbetrieb gegründet und erfand später den ersten Seilkran – eine Materialseilbahn, die entlang ihrer Seillinie Lasten anheben und abtransportieren kann. 1974 hatte das Familienunternehmen zudem eine der ersten Sprengseilbahnen zur vorbeugenden Lawinenauslösungen am Weissfluhjoch in Davos gebaut.

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