Success stories

«Die Schweiz hat es geschafft, rasch eine Auswahl hervorragender Industriegebiete bereitzustellen.»

Biogen ist ein Pionier im Bereich der Biotechnologie und errichtet in Luterbach, Schweiz, seine biologische Produktionsanlage der nächsten Generation. Es wird der grösste Produktionsstandort des Unternehmens sein: Er wird vollständig automatisiert arbeiten und rund vier Mal so leistungsfähig wie bestehende Anlagen sein.

Labor von innen
In Luterbach, in der Nähe von Solothurn, errichtet Biogen seine biologische Produktionsanlage der nächsten Generation. Das Projekt wird bis zu 600 neue Arbeitsplätze schaffen. Der Produktionsbeginn ist für 2019 geplant. (Bild: www.biogen-solothurn.ch)

Gegründet wurde Biogen im Jahr 1978 in Genf von einer Gruppe führender internationaler Forscher auf dem Gebiet der Biotechnologie. Unter ihnen befand sich auch der Schweizer Forscher Charles Weissmann. Die beiden Gründungsmitglieder Walter Gilbert (Chemie) und Phillip Sharp (Medizin) erhielten später den Nobelpreis. Das Unternehmen verlagerte 1982 seinen Hauptsitz in die USA, nach Cambridge, Massachusetts, kehrte 2004 aber in die Schweiz zurück. Der internationale Hauptsitz übersiedelte von Paris nach Zug, wo inzwischen über 400 Personen beschäftigt sind. Zehn Jahre nach der Rückkehr wurde über die Organisation für Standortpromotion von S-GE die erste Ortsanfrage für die neue Produktionsanlage von Biogen gestellt. S-GE startete und koordinierte daraufhin ein Bewerbungsverfahren für interessierte Schweizer Kantone.

Das folgende Interview mit Markus A. Ziegler, Director Corporate Affairs bei Biogen, wurde von Liv Minder, Director Investment Promotion bei Switzerland Global Enterprise (S-GE) geführt.

Im Dezember 2014 erhielten wir eine Anfrage von Biogen, um einen geeigneten Standort für eine Produktionsanlage in der Schweiz zu finden. Ziel war ein Produktionsbeginn im Jahr 2019. Dies bedeutete vier Jahre für die Auswahl und den Ankauf des Grundstücks, die Planung einschliesslich aller Genehmigungen und den Bau sowie die Inbetriebnahme des Werks. Das waren – und sind heute immer noch – sehr anspruchsvolle Anforderungen. Wie weit ist Biogen mit dem Projekt inzwischen gekommen und war es möglich, diese ehrgeizigen Anforderungen zu erfüllen?

Trotz verschiedener Hindernisse, die bei einem Projekt dieser Grössenordnung natürlich auftreten, verläuft noch immer alles nach Plan.

Warum ist das Timing so wichtig?

Das Timing ist für Biogen sowohl aus unternehmerischer als auch aus medizinischer Sicht entscheidend. Biogen will genügend biopharmazeutische Produkte herstellen, um so schnell wie möglich eine Million Menschen versorgen zu können. Die Medikamente helfen dabei, Krankheiten zu verzögern, das Leben zu verlängern und, im besten Fall, zu heilen.

Was waren die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl der Schweiz als Standort?

Die Entscheidung wurde über ein strukturiertes Auswahlverfahren getroffen, das wir an verschiedenen Orten weltweit durchgeführt haben. Erstens mussten die Zahlen stimmen und es musste eine mögliche Industrienation gefunden werden. Infrastruktur wie Strom und Wasser musste vorhanden sein, ebenso qualifizierte Arbeitskräfte. Zudem spielte auch die Zeit eine wichtige Rolle. Die Schweiz hat es geschafft, rasch eine Auswahl hervorragender Industriegebiete bereitzustellen. Das Land konnte auch umfassend darstellen, wie der Genehmigungsprozess und die Planung, einschliesslich der Errichtung, rechtzeitig abgeschlossen werden könnten. Schliesslich konnte sich die Schweiz gegenüber den anderen Anwärtern weltweit durchsetzen.

Wie weit ist die Baustelle und kann die Anlage rechtzeitig in Betrieb genommen werden?

Um den geplanten Produktionsbeginn 2019 einhalten zu können, sind gegenwärtig täglich über 1’500 Menschen am Standort, die Bauarbeiten durchführen, Anlagen installieren und alles für die Inbetriebnahme vorbereiten. Die ersten Teile der Anlage haben den Betrieb bereits aufgenommen und werden aktuell intensiv geprüft.

Der Bau der Anlage dürfte insbesondere in der Region Solothurn positive wirtschaftliche Anreize setzen. Gibt es diesbezüglich bereits Anzeichen?

Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts BAK Economics hat gezeigt, dass das Projekt in der Schweiz eine Bruttowertschöpfung von insgesamt rund 800 Millionen Schweizer Franken generiert hat. Dies beinhaltet auch rund 2’000 Arbeitsplätze. Zudem profitiert die lokale Wirtschaft von dem Projekt. So wurden beispielsweise rund 1’700 Übernachtungen gebucht. Für die Betriebsphase, die 2019 beginnt, haben die Ökonomen von BAK ein potenzielles Wachstum von 1,5 bis 2,0 % für das BIP des Kantons prognostiziert.

Das Projekt wird rund 600 neue Arbeitsplätze schaffen. Wie läuft die Suche nach Arbeitskräften in einer Zeit des Fachkräftemangels?

Unabhängig vom Ort stellt die Anwerbung von 600 Fachkräften eine Herausforderung dar. Biogen wird als attraktiver Arbeitgeber gesehen, dies wird uns immer wieder von externen Instituten bescheinigt. Die Aussicht, bei einem Pionier der Neurowissenschaft mit einer vielversprechenden Produktpipeline einzusteigen, mit der Chance, einen Produktionsstandort quasi von Anfang an zu entwickeln, macht Biogen für potenzielle Kandidaten zu einem sehr interessanten Angebot. Die Rekrutierung läuft nach Plan und über 130 Personen arbeiten bereits für Biogen in Luterbach. Rund 15 bis 20 neue Mitarbeitende kommen jeden Monat hinzu und auf unserer Website haben wir aktuell über 40 Stellen ausgeschrieben.

Über Biogen
Durch hochmoderne Wissenschaft und Medizin entdeckt, entwickelt und liefert Biogen innovative Therapien für Menschen, die mit ernsten seltenen und neurologischen Krankheiten sowie Autoimmunerkrankungen leben. Biogen ist eines der weltweit ältesten unabhängigen Biotechnologieunternehmen. Menschen auf der ganzen Welt profitieren von seinen führenden Therapien für multiple Sklerose und seinen innovativen Therapien für Hämophilie. Gegenwärtig beschäftigt Biogen 7’500 Mitarbeitende in 30 Ländern. www.biogen.com

(Das Interview wurde im Schweizer Biotech-Bericht 2018 veröffentlicht)

Laden Sie unser Factsheet herunter: Biotech in der Schweiz

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