Analyse

Freihandelsabkommen mit Indonesien: Wo das Potenzial für Schweizer Exporteure liegt

Dank des Freihandelsabkommens zwischen den EFTA-Staaten und Indonesien werden über 98 Prozent der Schweizer Exporte in das asiatische Land schrittweise von Zöllen befreit. Damit besteht letztlich pro Jahr ein maximales Sparpotenzial von rund 25 Millionen Franken, wie eine Analyse von Professor Patrick Ziltener im Auftrag von Switzerland Global Enterprise (S-GE) zeigt. Am meisten dürften die MEM- sowie die Chemie- und Pharmaindustrie profitieren.

Indonesien zählt 260 Millionen Einwohner
Indonesien zählt 260 Millionen Einwohner

Nachdem bereits heute knapp 15 Prozent der Schweizer Exporte zollfrei nach Indonesien ausgeführt werden können, werden ab dem Inkrafttreten des Abkommens weitere 57 Prozent der Schweizer Produkte von den Zöllen befreit werden. Dazu gehören Produkte aus der Landwirtschaft, aus dem MEM-Sektor, der Chemie- und Pharmaindustrie sowie Uhren und Präzisionsinstrumente. Das ermöglicht zu Beginn Einsparungen von rund 15 Millionen Franken pro Jahr, wie Patrick Ziltener in der Studie festhält.

Abbau innerhalb von zwölf Jahren

In den darauffolgenden Jahren sind im Handel zwischen der Schweiz und Indonesien weitere Zollreduktionen vorgesehen: Nach fünf Jahren werden die Zölle für die nächsten 20 Prozent der Schweizer Exporte beseitigt, nach neun und zwölf Jahren folgen die letzten beiden Etappen. Somit werden spätestens zwölf Jahre nach Inkrafttreten des Abkommens zwischen EFTA und Indonesien über 98 Prozent der Schweizer Produkte zollfrei in den Inselstaat exportiert werden können und die jährlichen Einsparungen könnten sich dann auf 25 Millionen Franken pro Jahr erhöhen.

«Das Freihandelsabkommen mit Indonesien ist für die Schweizer Exportwirtschaft äusserst attraktiv aufgrund des hohen Zukunftspotenzials des Marktes», betont Daniel Küng, CEO von Switzerland Global Enterprise. «Das Abkommen erleichtert den Zugang zu einem Markt mit 260 Millionen Einwohnern, welche aufgrund der wachsenden Mittelschicht zu einer immer stärkeren Kaufkraft gelangen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass daher auch die Schweizer Exporte wachsen werden – und dies künftig fast ohne hinderliche Zölle. Um einer zunehmenden Nachfrage gerecht zu werden und die Schweizer Exporteure in Indonesien optimal zu unterstützen, haben wir bereits im Sommer 2017 einen Swiss Business Hub in Jakarta eröffnet.»

MEM-, Chemie- und Pharmaindustrie profitieren besonders

Das grösste Sparpotenzial besteht gemäss der Analyse von Patrick Ziltener in der MEM-Industrie sowie in der Chemie- und Pharmabranche. Hier dürften vor allem Zollbefreiungen auf Medikamente, Parfüms, Toiletten- und Kosmetikprodukte zu Buche schlagen. In der MEM-Branche fallen vor allem der Wegfall von Zöllen auf Turbinen und Maschinen für die Lebensmittelindustrie ins Gewicht. Aber auch die Food-Branche profitiert von massivem Zollabbau, so wird etwa der Zolltarif für bestimmte Süsswaren von 19 Prozent auf 0 Prozent gesenkt. Bei der Schokolade besteht ein Sparpotenzial von rund 420'000 Franken.

Datum des Inkrafttretens noch unbekannt

Die EFTA-Staaten und Indonesien hatten am 16. Dezember 2018 ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Wann dieses in Kraft tritt, ist noch nicht bekannt. Die EFTA-Staaten sind der erste Freihandelspartner von Indonesien in Europa. Das Exportvolumen der Schweiz nach Indonesien betrug im Jahr 2017 rund 440 Millionen Franken.

Die detaillierte Analyse von Patrick Ziltener steht zum Download zur Verfügung:

Exportdialog Luzern: Aufbruch in Indonesien

Wollen Sie mehr über das Potenzial des indonesischen Markt erfahren? Dann besuchen Sie am 13. September unsere Veranstaltung Exportdialog in Luzern, die wir gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ durchführen. Zwei in Indonesien tätige Unternehmer und der Leiter des Swiss Business Hubs in Jakarta berichten von ihren Erfahrungen und zeigen Ihnen auf, was es für einen erfolgreichen Markteintritt in Indonesien braucht, und welche Unterstützung Sie vor Ort erhalten können.

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