Branchenreport

Chancen für Schweizer Unternehmen im Gerontech-Markt Japans

Japan setzt auf Robotik, KI, Big Data und IoT-Lösungen, um die Probleme in den sozioökonomischen Bereichen der Pflege und dem Gesundheitswesen anzusprechen, die das starke Altern seiner Bevölkerung mit sich bringt. 

Woman checking her smartwatch

Japan ist weltweit eines der Länder, die am stärksten von den sozioökonomischen Herausforderungen betroffen sind, die die starke Bevölkerungsalterung mit sich bringt. Im Jahr 2015 waren 26,7 % der Bevölkerung Japans 65 Jahre alt oder älter. Ein Drittel wird bis 2025 über 65 Jahre alt sein und ein Viertel über 75 (das so genannte Super-Aging-Segment).

Japan steht unter Druck, Lösungen für die alternde Bevölkerung zu finden und deren Gesundheit zu verbessern, die überlastete Pflege- und Betreuungsinfrastruktur zu entlasten und Senioren eine angenehme und risikofreie Lebensumgebung zu bieten. Um das zu erreichen, setzen der öffentliche und der private Sektor auf Werkzeuge aus der vierten industriellen Revolution: Big Data, IoT, KI und Robotik.

Wachsender «Silver Market» in Japan

Der Umfang des so genannten «Silver Market» in Japan wird Schätzungen zufolge bis 2015 101,3 Billionen Yen erreichen. Das entspricht umgerechnet 902,85 Milliarden Schweizer Franken. Im Detail werden die Medizinbranche 35 Billionen Yen (311,9 Milliarden Schweizer Franken, +116 %), die Pflegeindustrie 15,2 Billionen Yen (135,48 Milliarden Schweizer Franken, +137,5 %) und das Segment Lebensqualität 51,5 Billionen Yen (456,34 Milliarden Schweizer Franken, +26,8 %) erreichen.

Ein Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal ist eines der dringendsten Probleme, und technologische Werkzeuge, die die Arbeit des Pflegepersonals kompensieren, unterstützen oder rationalisieren, werden besonders benötigt.

Technologische Produkte als Lösung

Einer der vielversprechendsten Bereiche sind Lösungen auf KI-Basis, die in Smartphones oder persönliche Geräte integriert werden, um Anzeichen von Demenz zu erkennen und/oder dabei zu helfen, diese zu vermeiden und/oder die daraus entstehenden Konsequenzen abzumildern und so den Betroffenen ein selbstständiges Leben zu Hause zu ermöglichen.

Millionen von älteren Menschen leben allein in ländlichen und abgelegenen Gebieten. Daher werden auch technische Geräte benötigt, die es den Betreuern ermöglichen, den Zustand der pflegebedürftigen Personen zu überprüfen und damit räumliche Distanzen und Personalmangel auszugleichen.

Wichtige Akteure der japanischen Technologie-, Maschinenbau-, Kommunikations- und Robotikbranche sind in diesem Sektor zunehmend aktiv, entweder als Investoren oder als Anbieter von Direktlösungen.

Obwohl Japan im Bereich der Robotik weltweit führend ist, steht das Land vor einem gravierenden Mangel an Personal mit fortgeschrittenen IT-Kenntnissen und einem Hintergrund im Bereich Big Data, IoT, KI etc. Grosse inländische Unternehmen verfolgen eine Strategie der offenen Innovation und haben bereits begonnen, ausländische Start-ups zu übernehmen.

Lösungen aus dem Ausland sind willkommen

Dank der engen Zusammenarbeit mit japanischen Akteuren können sich ausländische Lösungen, die an die lokalen Bedingungen angepasst werden, als erfolgreich erweisen. Der Swiss Business Hub Japan hat einen Bericht zusammengestellt, um Schweizer KMU und Start-ups diese Chancen näher zubringen. Der Bericht kann im Downloadbereich in Englisch heruntergeladen werden.

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