Fallstudie

Neues Asien-Pazifik-Freihandelsabkommen: Folgen für Schweizer Exporteure

Die Regional Comprehensive Economic Partnership RCEP schafft für 15 Länder aus Asien und dem Pazifikraum einheitliche Ursprungsregeln und vieles mehr. Was bedeutet sie für exportierende Schweizer KMU, die in diesen Ländern aktiv sind? Dies analysiert eine erste Studie von Freihandelsexperte Professor Patrick Ziltener.

Die Regional Comprehensive Economic Partnership RCEP schafft für 15 Länder aus Asien und dem Pazifikraum einheitliche Ursprungsregeln und vieles mehr.

Am 15. November 2020 unterzeichneten die ASEAN-Staaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam) sowie Australien, China, Japan, Neuseeland und Südkorea die Regional Comprehensive Economic Partnership, RCEP. 30% der Weltbevölkerung und 30% der Weltwirtschaft werden davon abgedeckt.

Die Schweiz ist im asiatischen Raum dank Freihandelsabkommen mit China, Japan, den Philippinen, Singapur, Südkorea vergleichsweise gut aufgestellt.

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Die RCEP wird das Umfeld für Schweizer Firmen nun deutlich verändern und bringt sowohl Risiken als auch Chancen mit sich – dies zeigt eine erste Analyse von Professor Patrick Ziltener auf. 

Jetzt die Studie herunterladen

Risiken: Wettbewerbsnachteile für Schweizer Exporteure

In bestimmten Märkten – etwa in Australien, das kein Freihandelsabkommen mit der Schweiz abgeschlossen hat – müssen Schweizer Exporteure allenfalls höhere Handelsschranken hinnehmen im Vergleich zu asiatischen Wettbewerbern, insbesondere gegenüber japanischen und koreanischen Unternehmen mit qualitativ und technologisch hochstehenden Produkten.

Chancen: Höhere Nachfrage durch wirtschaftlichen Aufschwung und einfacherer Handel in Asien

Schweizer Unternehmen mit Tochtergesellschaften in China profitieren von einem besseren Marktzugang in den RCEP-Staaten. Auch Schweizer Unternehmen mit komplexen Wertschöpfungsketten über mehrere RCEP-Staaten hinweg könnten von Vereinfachungen profitieren. Da die meisten KMU jedoch über keine lokalen Tochtergesellschaften verfügen und vergleichsweise direkt nach Asien exportieren, sind diese Chancen leider beschränkt.

Schweizer Unternehmen können aber auch ohne komplexe Wertschöpfungsketten vom Abkommen profitieren und zwar, wenn Sie innerhalb der RCEP-Region produzieren und gleichzeitig verkaufen - also zum Beispiel die Produktion in China haben und die Produkte nach Japan verkaufen. 

Durch die besseren Handelsbedingungen könnte es zu einem generellen wirtschaftlichen Aufschwung kommen und einer höheren Nachfrage nach Investitionsgütern, die Schweizer Firmen verstärkt bedienen könnten.

Wir empfehlen international aktiven Schweizer KMU, ihre Wertschöpfungsketten im asiatischen Raum systematisch zu überprüfen und ihre Wettbewerbssituation zu analysieren.

Gibt es bald neue Konkurrenz? Gibt es Chancen, neue Kunden in Nachbarländern einfacher anzugehen?

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Hintergrund zur RCEP

Die RCEP ist ein regionales Handelsabkommen der ASEAN-Staaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam) und Australien, China, Japan, Neuseeland und Südkorea. Das Abkommen umfasst rund einen Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung und Bevölkerung.

Die RCEP ist das erste Abkommen, das China, Japan und Südkorea verbindet.

Was beinhaltet die RCEP?

Der Vertragstext ist öffentlich zugänglich. Folgende Elemente beinhaltet die RCEP:

  • Güterhandel: Zollreduktionen auf rund 80-90% der Produkte, einheitliche Ursprungsregeln
  • Dienstleistungen: E-Commerce, Verbot von Daten-Lokalisierungsanforderungen
  • Investitionen
  • Geistiges Eigentum
  • Wettbewerbspolitik

Nicht durch das RCEP abgedeckt sind:

  • Nachhaltigkeit
  • Arbeitsrecht

Was sind die erwarteten Auswirkungen der RCEP?

Die RCEP fördert die Integration der Wertschöpfungsketten innerhalb der Region durch die Eliminierung des bisher komplexen und fragmentierten Handelsregimes in der Region («Spaghetti bowl»).

Einzelne Beobachter bemängeln, dass die RCEP, etwa im Verglich zur CPTPP, eher oberflächlich sei. Trotzdem wird eine Zunahme der wirtschaftlichen Dynamik in der Region durch die RCEP erwartet. Die Brookings Institution erwartet bis im Jahr 2030 Gewinne von USD 100 Milliarden (China), USD 46 Milliarden (Japan), USD 23 Milliarden (Südkorea) bzw. USD 19 Milliarden (Südostasien).

Vertiefte Analysen in der Studie von Freihandelsexperte Professor Patrick Ziltener

Laden Sie nachfolgend die Studie mit folgendem Titel (in Englisch) herunter: “The Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) as “Single Rulebook” bringing Free Trade to 30% of the World Economy and 30% of World Population – What does it mean for Swiss Companies?”

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