4. Nov. 2025

Die Verschärfung der Nachhaltigkeitsvorschriften hat sich im Jahr 2025 verlangsamt. Die Omnibus-Vorschläge der EU zeigen, wie die Regulierungsbehörden reagieren, wenn Unternehmen mit den komplexen Anforderungen zu kämpfen haben. Dennoch sind diese „Stop-the-Clock”-Massnahmen nur vorübergehend und geben KMU lediglich mehr Zeit, um die Anforderungen zu erfüllen. Lesen Sie in unserem Artikel was dabei zu beachten ist.
Unternehmen, die auf dem Weg zur Nachhaltigkeit bereits weiter fortgeschritten sind, üben zunehmend Druck auf ihre Lieferanten aus und erwarten von ihnen Transparenz. Lösungen wie Sedex und Ecovadis helfen ihnen dabei, Lieferanten auszuwählen, die ihre Nachhaltigkeitsanforderungen am besten erfüllen.
Um die Erwartungen bestehender und potenzieller neuer Kunden hinsichtlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erfüllen, ist eine Ausrichtung an internationalen Standards, die Einrichtung eines pragmatischen Nachhaltigkeitsmanagements und eine klare Kommunikation entscheidend. Die Fokussierung auf Standards bietet oft mehr Flexibilität als erwartet. Mit einem strukturierten Ansatz legen Sie den Grundstein für eine glaubwürdige Berichterstattung und erarbeiten gleichzeitig den Rahmen für Ihren ersten Bericht.
Materialitätsanalysen sind für die meisten Nachhaltigkeitsstandards und -vorschriften von zentraler Bedeutung und werden beispielsweise von Lösungen wie Ecovadis gefordert. Die doppelte Materialitätsperspektive gewährleistet die Einhaltung von Rahmenwerken wie ESRS und GRI, die in der Regel für Grosskunden relevant sind. Ihr Fokus sollte auf einer Untersuchung Ihres Geschäftsmodells und Ihrer Lieferkette liegen. Dies hilft Ihnen, wichtige Nachhaltigkeitsthemen sowie die damit verbundenen Auswirkungen, Risiken und Chancen zu identifizieren. Mit dieser Klarheit können Sie die finanzielle und wirkungsbezogene Materialität sinnvoll bewerten, ohne ein übermässig komplexes System zu benötigen.
Materialitätsanalysen helfen dabei, Nachhaltigkeitsthemen im Management zu priorisieren. Themen mit hoher finanzieller und/oder wirkungsbezogener Materialität erfordern besondere Aufmerksamkeit. Um diese effektiv zu managen, sollten Sie zunächst Ihre aktuelle Situation bewerten: Haben Sie bereits Managementsysteme, Ziele, Massnahmen und Überwachungsmechanismen für Ihre wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen definiert?
Sobald Sie Ihre Ausgangssituation kennen, fragen Sie sich ehrlich: Welches Ambitionsniveau passt zu Ihrem Unternehmen? Möchten Sie sich als umweltfreundlichster Anbieter von Ihren Mitbewerbern abheben oder möchten Sie sich darauf konzentrieren, bestehende hohe Anforderungen zu erfüllen? Möchten Sie der attraktivste Arbeitgeber der Branche sein, oder sind Sie zufrieden, wenn Fehlzeiten und Fluktuation unter Kontrolle sind? Diese Bewertung des Status quo Ihres Nachhaltigkeitsmanagements hilft Ihnen auch dabei, Kundenanfragen und Fragebögen so effizient wie möglich zu beantworten.
Nun müssen Ihre Ambitionen zu messbaren Zielen mit einem konkreten Fahrplan werden. Standards wie GRI, ESRS oder SBTi können dabei helfen, aussagekräftige Indikatoren zu ermitteln. Achten Sie darauf, dass Ihre Ziele SMART sind und sich auf die Wirkung, nicht auf die Massnahmen konzentrieren. Streben Sie beispielsweise eine jährliche Energieeinsparung von 10% statt einer Umstellung auf 80% LED-Lampen bis 2025 an. Fassen Sie Ihre Ziele und Massnahmen in einem Fahrplan mit klaren Verantwortlichkeiten zusammen. Dieser dient als Grundlage für eine effektive Überwachung.
Die gute Nachricht: Der schwierigste Teil ist geschafft. Nun ist es an der Zeit, Entscheidungen bezüglich Ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung zu treffen. Wer ist Ihre Zielgruppe? Sind es in erster Linie Kunden oder Investoren? Welche Standards erwarten sie und welche möchten Sie befolgen? Wo liegen Ihre Systemgrenzen und wer wird den Bericht verfassen? Sobald diese Grundlagen geklärt sind, können Sie die Inhalte aus den vorherigen Schritten auf Ihre Zielgruppe zuschneiden.
Berichten Sie über Ihre Materialitätsanalyse und skizzieren Sie dann für alle wesentlichen Themen, wo Sie stehen, wo Sie hinwollen und wie Sie dorthin gelangen möchten. Achten Sie beim Verfassen des Berichts vor allem darauf, transparent, glaubwürdig und authentisch zu sein (seien Sie ehrlich und scheuen Sie sich nicht vor Selbstreflexion!). Mit dieser Grundlage wird Ihr Nachhaltigkeitsbericht zu dem, was er sein sollte: das sichtbare Ergebnis durchdachter, strategischer Massnahmen.
Über Brugger + Partner:
Die Berater*innen von Brugger + Partner unterstützen Unternehmen bei der Verankerung von Nachhaltigkeit, die positive Werte schafft - fürs Unternehmen, die Gesellschaft und die Natur. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Unternehmens.