
Für Schweizer Unternehmen werden die Auswirkungen internationaler Konflikte immer deutlicher. Wenn ein Konflikt ausbricht, gelten viele der stillschweigenden Annahmen, die hinter dem «Business as usual» stehen, nicht mehr. Die politischen und sicherheitspolitischen Bedingungen ändern sich rasch, die Interessen der Stakeholder entwickeln sich in entgegengesetzte Richtungen und vermeintlich rein kommerzielle Entscheidungen haben plötzlich rechtliche, operative und reputationsbezogene Konsequenzen.
Unter solchen Bedingungen reicht eine konventionelle Risikobewertung nicht aus. Stattdessen benötigen Unternehmen ein politisches Risikomanagement: eine strukturierte Methode, um zu beurteilen, ob ein Engagement unter Konfliktbedingungen sinnvoll ist, welche Massnahmen erforderlich sind und welche roten Linien ihre Entscheidungen leiten sollten.
Dazu gehören:
Dieses praktische Instrument dient als Orientierungshilfe für Schweizer Unternehmen. Es hebt die wichtigsten Fragen hervor, die in einem von Konflikten betroffenen Markt zu beantworten sind, und weist auf Vorgehensweisen hin, die Unternehmen in vergleichbaren Situationen angewandt haben.
Die Checkliste basiert auf der Primärforschung von David Sieber-Mengel (Universität Zürich) im Kontext der Ukraine und beinhaltet Erkenntnisse aus anderen Konfliktsituationen, um die Erkenntnisse breiter anwendbar zu machen.
Diese Checkliste ist ein Werkzeug, kein Bauplan. Sie identifiziert wichtige Themen und liefert Einblicke aus früheren Fällen, aber sie gibt nicht an, wie wichtig jedes Thema in einem bestimmten Konflikt ist. Auch wird nicht jeder Ansatz für jede Firma funktionieren.
Jeder Konflikt hat seine eigene Logik, und keine Checkliste kann eine Analyse, die auf den Einzelfall zugeschnitten ist, ersetzen. Das Ausfüllen der Checkliste allein reicht nicht aus, um in einem von Konflikten betroffenen Markt tätig zu bleiben.
Was es tun kann, ist Unternehmen zu helfen: