4. Nov. 2025

Die Golfstaaten haben sich als Markt mit viel Potential für Exporteure aus der Schweiz und Liechtenstein etabliert, insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Gesundheit, MEM, Fintech und auch Luxusgüter. Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Suhail El Obeid, Senior Consultant Middle East, schätzt für Sie die Lage ein und gibt Tipps für den Markteintritt.
Die Golfregion hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort entwickelt, vor allem durch den Trend zur Diversifizierung weg vom Öl. Die Länder haben massiv in Technologie, erneuerbare Energien und das Gesundheitssystem investiert.
Suhail El Obeid, Senior Consultant Middle East
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Katar und Oman weisen bei vielen Gütern hohe Importquoten auf, auch wenn grosse Anstrengungen erkennbar sind, mehr innerhalb der Region zu produzieren. Die hohe Kaufkraft und das Interesse an ausländischen technischen Innovationen machen die Region für Schweizer Exporteure sehr vielversprechend.
Die VAE fungieren seit langem als Drehscheibe für die Golfregion. Gleichzeitig streben die VAE eine führende Position in Bereichen wie Digitalisierung, KI, Blockchain und Fintech an.
Saudi-Arabien ist mit über 35 Millionen Einwohnern der eindeutig grösste Markt in der Region. Derzeit arbeitet das Königreich an der Diversifizierung seiner Wirtschaft, um die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren, was attraktive Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.
Für einen Markteintritt von Schweizer Unternehmen können aber auch kleinere Länder wie Katar, Kuwait und Oman interessant sein.
Ein erfolgreicher Markteintritt muss in mehreren Etappen erfolgen – Schritt-für-Schritt. Interessierte Unternehmen sollten immer mit der Analyse des Marktes beginnen.
Suhail El Obeid, Senior Consultant Middle East
Die Komplexität der kulturellen Herausforderung wird oft unterschätzt. Hierarchien haben eine grössere Bedeutung als bei uns und sollten deshalb immer respektiert werden. Vor allem die Kommunikation braucht viel Zeit, denn arabische Geschäftspartner müssen sehen, dass man sie ernst nimmt. Es ist wichtig, persönliche Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.
In der arabischen Welt ist man sehr gastfreundlich und darauf bedacht sein Gegenüber nicht zu enttäuschen. Selbst wenn der Kunde ein Angebot unattraktiv findet, sagt er oft spontan nicht „Nein“. Deshalb empfehle ich klare und deutliche Vorschläge zu präsentieren und die Details falls nötig in Follow-up‘s zu diskutieren.
Suhail El Obeid, Senior Consultant Middle East
Auch ist es ratsam, sich im Vorfeld über die Kultur zu informieren, diese zu respektieren und sein Verhalten anzupassen. Religiöse und politische Themen vermeidet man am besten in der Anfangsphase.
Die rechtlichen Regelungen für Importe werden zunehmend harmonisiert und modernisiert. Dennoch bleiben bestimmte Hürden, wie protektionistische Massnahmen oder unterschiedliche Standards in Bereichen wie Produktsicherheit und Zertifizierung, bestehen.
Entscheidend für den Erfolg ist ein guter Partner vor Ort, entsprechend aufwändig ist die Suche. Bis gegenseitiges Vertrauen aufgebaut ist, kann viel Zeit vergehen. Auch wenn die Geschäftsbeziehung etabliert ist, sollte sie aktiv gepflegt und der Geschäftspartner regelmässig vor Ort besucht werden. Produkt- oder Preisänderungen per Mail zu kommunizieren, reicht da nicht.
Die Geschäftspartnersuche ist eine enorme Herausforderung. S-GE kann auf jahrelange Erfahrung sowie auf Branchenspezialisten zurückgreifen.
Suhail El Obeid, Senior Consultant Middle East