Mitglied des Monats

Nüssli (Schweiz) AG – «Seit 85 Jahren verbinden wir Menschen – mit Bauten für die grössten Momente der Welt. Connecting You.»

Alexander Scholer, Manager Customer Loyalty

1. Aug. 2026

Andy Böckli - Nussli

Mitglied des Monats August 2026 NÜSSLI mit Sitz in Hüttwilen (TG) plant und baut temporäre Eventstrukturen und realisiert massgeschneiderten Spezialbau für die grössten Momente der Welt. Was 1941 als Zimmerei begann, hat sich in den vergangenen 85 Jahren zu einem international tätigen Unternehmen mit rund 460 Mitarbeitenden an 21 Standorten entwickelt. NÜSSLI liefert Baukompetenz und Projektmanagement für komplexe Infrastrukturen – von Tribünen, Bühnen und Pavillons über Stadien und Sporthallen bis zu Interimsspielstätten und Sonderkonstruktionen.

Hinter jedem Projekt stehen leidenschaftliche Mitarbeitende, die mit Erfahrung, Präzision und einem gemeinsamen Ziel arbeiten: den Moment möglich zu machen, wenn Menschen zusammenkommen. Diese Kompetenz trägt NÜSSLI rund um den Globus – zu Formel-1-Rennen, Olympischen Spielen und Weltausstellungen, wo Bauten unter grossem Zeitdruck entstehen und Zehntausenden standhalten müssen. Das Unternehmen deckt die gesamte Bandbreite ab – vom Temporärbau bis zur permanenten Konstruktion – und begleitet jedes Projekt über alle Phasen, von der ersten Idee bis zum Rückbau. So verbindet NÜSSLI Schweizer Ingenieurskunst mit internationaler Erfahrung – und das Vergängliche mit dem Bleibenden.

Interview-Fragen an Andy Böckli, CEO, NÜSSLI Gruppe // Nüssli (Schweiz) AG:

Nüssli feiert dieses Jahr sein 85-jähriges Firmenjubiläum. Herzliche Gratulation zu diesem Meilenstein! Wie beurteilen Sie den aktuellen Geschäftsverlauf — und in welchen Bereichen sehen Sie das grösste Wachstum?

Vielen Dank – 85 Jahre sind ein schöner Moment, um nach vorne zu schauen. Der Geschäftsverlauf ist erfreulich: Unser Kerngeschäft mit temporärer Eventinfrastruktur bleibt stabil stark, getragen von wiederkehrenden Grossanlässen in Sport, Kultur und Business. Chancen sehen wir in der weiteren Internationalisierung und in der Erschliessung neuer Märkte, ebenso im wachsenden Spezialbau, wo wir komplexe Sonderkonstruktionen realisieren. Diese Kombination aus verlässlichem Kerngeschäft und neuen Feldern macht uns zuversichtlich für die kommenden Jahre. Bei allem, was wir bauen, geht es am Ende nicht um Stahl und Statik, sondern um den Moment, wenn das Publikum kommt: Wir verbinden Menschen, Kulturen und Emotionen. Genau dafür steht unser Credo «Connecting You».

 

Sie verfolgen eine mehrstufige Internationalisierungsstrategie — organisches Wachstum, gezielte Akquisitionen oder lokale Partnerschaften. Welcher Ansatz hat sich in der Praxis am besten bewährt, und warum?

Am besten bewährt hat sich für uns das organische Wachstum entlang unserer Kundenbeziehungen – wer einmal erlebt hat, wie zuverlässig wir unter Zeitdruck liefern, holt uns wieder. Dazu gehört unsere eigene Logistik: mit dem Material schnell beim Kunden und beim Event zu sein. Kurze Wege sind ein echter Vorteil bei Qualität und Termintreue. Ergänzend haben sich lokale Partnerschaften bewährt, weil sie uns Marktzugang, Sprache und Kenntnis der lokalen Bauvorschriften eröffnen. Gezielte Akquisitionen setzen wir dort ein, wo sie strategisch Sinn ergeben. Die Mischung macht es: Kein einzelner Ansatz trägt allein, aber zusammen geben sie uns Flexibilität in sehr unterschiedlichen Märkten.

 

In welchen Ländern oder Regionen sehen Sie aktuell das grösste Potenzial für Nüssli — und welche Märkte stehen als nächstes auf Ihrer Expansionsagenda?

Unsere etablierten Märkte in Deutschland, Österreich und Spanien bleiben neben unserem Heimatmarkt Schweiz tragende Säulen und bieten weiterhin Wachstum, gerade im Sport- und Kulturbereich. Grosses Potenzial sehen wir dort, wo internationale Grossereignisse anstehen – Weltausstellungen, Olympische Spiele oder Formel-1-Rennen ziehen uns naturgemäss an. Wichtiger als schnelle geografische Expansion ist uns aber, in den richtigen Märkten die richtigen Projekte zu wählen – solche, die zu unserer DNA passen.

 

Ihr Unternehmen steht für Schweizer Qualität und Zuverlässigkeit im Temporärbau. Inwiefern ist das «Swiss Made»-Label im internationalen Wettbewerb ein konkreter Vorteil — oder spielt es eine untergeordnete Rolle?

Das «Swiss Made»-Label ist für uns ein sehr konkreter Vorteil, kein Etikett. Unsere Kunden verbinden damit Präzision, Verlässlichkeit und Sicherheit – und genau das entscheidet in unserem Geschäft, wo Bauten unter enormem Zeitdruck entstehen und Zehntausende von Menschen tragen müssen. Wenn ein Veranstalter weiss, dass die Tribüne pünktlich steht und jeder Sicherheitsnorm standhält, ist das ein Wert, der sich unmittelbar auszahlt. Zusammen mit unserem Leistungsausweis schafft die Schweizer Herkunft Vertrauen, noch bevor das erste Gespräch beginnt – und dieses Vertrauen ist im internationalen Wettbewerb Gold wert.

 

Sie haben bereits für Grossevents wie die UEFA EURO, Weltausstellungen und Olympische Spiele gebaut. Wie gewinnt man solche Mandate — und was unterscheidet Ihre Firma von internationalen Mitbewerbern?

Solche Projekte gewinnt man nicht über den Preis allein, sondern über Vertrauen, Referenzen und die Gewissheit, dass am Tag X alles steht. Über Jahrzehnte haben wir ein Portfolio aufgebaut, das für sich spricht. Was uns von internationalen Mitbewerbern unterscheidet, ist die Kombination aus Kapazität, Produktbreite und der Fähigkeit, komplexe Infrastrukturen unter grösstem Zeitdruck baulich umzusetzen. Am Ende zählt: Wir liefern nicht nur ein Bauwerk, sondern die Sicherheit, dass der grosse Moment gelingt.

 

Welches sind aktuell die grössten Herausforderungen für Sie im internationalen Geschäft — sei es regulatorisch, logistisch oder im Bereich Fachkräfte?

Die grösste Daueraufgabe ist die Vielfalt lokaler Bauvorschriften und Normen – jedes Land hat eigene Regeln, die wir genau kennen und einhalten müssen. Logistisch fordern uns Transportwege und Termindruck immer wieder heraus, gerade wenn ganze Eventinfrastrukturen über Kontinente bewegt werden; hier ist unsere eigene Logistikkompetenz ein entscheidender Vorteil. Und wie viele in der Baubranche spüren auch wir den Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Wir begegnen dem mit gezielter Rekrutierung, kontinuierlicher Weiterbildung und einer Unternehmenskultur, in der Erfahrung und Wertschätzung zählen – wir nennen das den NÜSSLI Spirit.

 

Temporärbauten müssen heute nicht nur schnell und kosteneffizient sein, sondern auch nachhaltig. Wie positionieren Sie sich in diesem Bereich — und welche Innovationen treiben Sie aktuell voran?

Nachhaltigkeit liegt in unserer DNA: Der Temporärbau ist von Natur aus auf Wiederverwendung angelegt. Unsere Strukturen werden auf- und wieder abgebaut, transportiert und immer wieder neu eingesetzt – oft über viele Jahre und an ganz unterschiedlichen Orten. Genau dieses Prinzip denken wir konsequent weiter, von der Materialwahl bis zur Nachnutzung nach dem Rückbau. Ein wachsendes Feld sind dabei Interimslösungen, die mehrere Jahre stehen und genutzt werden – etwa als Überbrückung bei Platzmangel oder während Sanierungen. Sie verbinden die Schnelligkeit und Flexibilität des Temporärbaus mit der Langlebigkeit fester Bauten und schaffen so echten Mehrwert über einen längeren Zeitraum. So verbinden wir wirtschaftliche und ökologische Verantwortung ganz selbstverständlich – nicht als Zusatz, sondern als Teil dessen, wie wir seit jeher bauen.

 

Ihr Bereich Special Projects wächst als Generalunternehmer auch in Richtung permanenter Bauten und Interimslösungen. Sehen Sie darin eine strategische Diversifizierung — und wo liegen die nächsten grossen Chancen?

Ja, das ist eine logische Weiterentwicklung. Unsere Stärke – komplexe Bauten unter Zeitdruck zu realisieren – lässt sich hervorragend auf Interimslösungen und permanente Bauten übertragen. Ob eine vollwertige Interimsspielstätte als Überbrückung während einer Sanierung oder eine 8-fach-Sporthalle: Wir realisieren die ganze Bandbreite als General- oder sogar Totalübernehmer. Genau darin liegt unsere Chance – wir sind kaum auf einen Gebäudetyp festgelegt, sondern können nahezu jede Art von Bau umsetzen, sofern sie unserer DNA entspricht: einzigartig, komplex und unter Zeitdruck. Diese Vielseitigkeit eröffnet uns laufend neue Felder, in denen wir unsere Kompetenz einbringen können.

 

Nüssli ist Gold-Mitglied bei Switzerland Global Enterprise. Welchen konkreten Mehrwert bringt diese Mitgliedschaft für ein international so aktives Unternehmen wie Ihres — und in welchen Märkten hat Ihnen das Netzwerk von S-GE besonders geholfen?

Die Mitgliedschaft bei S-GE ist für ein so international tätiges Unternehmen wie unseres sehr wertvoll. Sie verschafft uns Zugang zu Netzwerken, Marktwissen und Kontakten, die uns den Eintritt in unbekanntere Märkte spürbar erleichtern. Besonders hilfreich ist das dort, wo wir neue geografische Räume erschliessen und verlässliche lokale Ansprechpartner sowie fundierte Markteinschätzungen brauchen. S-GE hilft uns, die Schweizer Herkunft international sichtbar zu machen – und genau diese Sichtbarkeit zahlt auf unsere Positionierung als verlässlicher Schweizer Partner ein.

 

Wenn Sie in fünf Jahren zurückblicken — was soll Ihr Unternehmen bis dann erreicht haben, und welche Rolle soll die Schweiz als Heimatmarkt und Innovationsstandort dabei spielen?

2030 haben wir hoffentlich vieles erreicht, das wir uns in der Strategie vorgenommen haben: unser Kerngeschäft weiter gefestigt und den Spezialbau zu einer starken zweiten Säule ausgebaut. Ich wünsche mir, dass NÜSSLI weltweit als erste Adresse gilt, wenn es darum geht, das Aussergewöhnliche unter Zeitdruck zu bauen – ob temporär oder bleibend. Die Schweiz bleibt dabei unser Fundament: als Heimatmarkt, als Innovationsstandort und als Herkunft, die für Qualität und Vertrauen steht. Denn Weltklasse zeigt sich nicht nur im Ausland: Auch hier in der Schweiz begleiten wir seit vielen Jahren international bedeutende Anlässe wie das Lauberhornrennen in Wengen – die Welt ist bei uns zu Gast. Genau diesen Anspruch wollen wir weitertragen: dass ein Unternehmen aus Hüttwilen die grössten Momente überhaupt möglich macht – Connecting Temporary and Everlasting.

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