
Michael Kühn, Senior Consultant UK + Nordics
6. Aug. 2026

Das modernisierte Freihandelsabkommen entwickelt den bisherigen bilateralen Rahmen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit substanziell weiter. Das Abkommen sieht für Schweizer Unternehmen insbesondere verbesserte Rahmenbedingungen bei Dienstleistungen, Investitionen, digitalem Handel und beim Schutz des geistigen Eigentums vor.
Die Verhandlungen wurden im Juli 2026 materiell abgeschlossen. Das Abkommen wird nun rechtlich bereinigt, unterzeichnet, innerstaatlich genehmigt und anschliessend in Kraft gesetzt.
Dienstleistungen waren bereits bisher Gegenstand separater und sektoraler bilateraler Regelungen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Neu ist, dass sie im modernisierten Freihandelsabkommen breiter und zeitgemässer geregelt werden – zusammen mit wichtigen Themen wie Investitionen, der Mobilität von Dienstleistungserbringenden, digitalem Handel und geistigem Eigentum. Das Abkommen entwickelt damit den nach dem Brexit geschaffenen Vertragsrahmen substanziell weiter und trägt zu grösserer Rechtssicherheit bei.
Michael Kühn
Senior Consultant UK + NordicsMit dem Ende der Brexit-Übergangsperiode waren die Abkommen zwischen der Schweiz und der EU im Verhältnis zum Vereinigten Königreich nicht mehr anwendbar. Deshalb musste die Schweiz die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen mit dem UK bilateral absichern. Ziel war, einen Bruch in den Wirtschaftsbeziehungen zu vermeiden und für Unternehmen möglichst viel Kontinuität sicherzustellen.
«Mind the Gap» war der Ansatz der Schweiz, die durch den Brexit entstehende Lücke in den bilateralen Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich zu schliessen beziehungsweise zu überbrücken. Im Zentrum stand, die wesentlichen bestehenden Rechte und Pflichten so weit wie möglich zu übernehmen, damit Unternehmen nicht in einen ungeregelten Zustand geraten. Es ging primär um Kontinuität, nicht um eine grundlegende inhaltliche Weiterentwicklung. Das modernisierte Abkommen geht nun über diese Kontinuitätssicherung hinaus.
Für Schweizer Unternehmen sind insbesondere klarere, modernere und verlässlichere Rahmenbedingungen für Geschäfte mit dem Vereinigten Königreich relevant. Vorgesehen sind verbesserte Bedingungen für die grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen, vertraglich verlässlichere und punktuell erweiterte Regelungen zur Mobilität von Dienstleistungserbringenden, modernere Regeln für digitale Geschäfte sowie ein weiterentwickelter Schutz des geistigen Eigentums. Darüber hinaus sind Verbesserungen bei Investitionen, Zollverfahren und einzelnen Aspekten des Warenhandels vorgesehen.
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