4. Nov. 2025

Die Helbling Gruppe unterstützt Unternehmen bei Produktinnovation, -entwicklung und Strategie sowie beim Erschliessen von Kosteneinsparpotenzialen – u.a. in Hausgeräten, Medtech/Pharma, Laborgeräten, Transport sowie Maschinen- und Anlagenbau. Mit Hauptsitz in Zürich ist Helbling in Deutschland, Polen, den USA und China vertreten und beschäftigt über 600 Mitarbeitende. Dr. Urban Schnell berichtet über die Internationalisierung in Polen.
In den letzten Jahren hatten wir in der Schweiz, den USA und Deutschland Schwierigkeiten, gute Software- und Firmware-Entwickler zu finden. Unser eigenes Softwaregeschäft wuchs deshalb unter den Möglichkeiten. Dazu gibt es zunehmend Ausschreibungen, die explizit nach Nearshoring-Anteilen verlangen. Unser Ziel ist es nicht, die gesamte Tätigkeit auszulagern. Wir wollen strategisch die stellenweise beschränkten Kapazitäten hier durch ausländische Mitarbeitende ergänzen, so dass wir unser volles Potential ausschöpfen können. Dabei ist uns wichtig, dass unsere firmeneigenen Erfahrungen, Prozesse, Methodiken, und die gegenseitige Unterstützung der Mitarbeitenden zur Sicherstellung unserer Dienstleistungsqualität zum Tragen kommen.
Für unser Geschäft ist es wichtig, die richtige Schlüsselperson vor Ort zu haben. Wir nennen das unsere Bannerträger; jemand der sich unternehmerisch mit unserer Firma und unseren Werten identifiziert. Im eigenen Netzwerk ermittelten wir 4-5 mögliche Bannerträger. Zudem kontaktiere ich S-GE, wo die zuständige Beraterin, Katalin Dreher-Hajnal, mir eine unternehmerisch denkende Kandidatin in Polen empfahl, die schliesslich überzeugte. Parallel dazu führte S-GE eine Standortanalyse durch. Für uns war es sehr wertvoll, dass die statistischen Zahlen der untersuchten Standorte aus einer Quelle kamen und damit vergleichbar waren. Zudem wurden sie fast ohne Aufwand von unserer Seite termingerecht angeliefert. Hätten wir allerdings rein die Matrix aus der Standortanalyse genommen, wäre Polen nicht als Sieger aus dem Rennen gegangen. Wir hatten aber von Anfang an deklariert, dass die Personenfrage entscheidend sein wird. Die Standortanalyse machten wir, um eine Grundlage zu haben und intern zu argumentieren. Die interne Überzeugungsarbeit darf bei solchen Projekten nicht unterschätzt werden.
Dr. Urban Schnell
Geschäftsleiter bei Helbling Technik, Partner der Helbling GruppeWir unternahmen eine Fact Finding Reise, dabei waren wir sehr beeindruckt von der Arbeit von S-GE. Wenn man als KMU hört, das S-GE eine staatsnahe Organisation sei, denkt man zunächst, sie funktioniere wie eine Behörde, aber das Gegenteil war der Fall. S-GE war pragmatisch, termingerecht und qualitativ hochwertig. Das Netzwerk, das S-GE uns zur Verfügung gestellt hatte, hätten wir sonst niemals so schnell aufbauen können. Dazu kommt noch, dass die Zusammenarbeit sehr angenehm war und Spass gemacht hat.
Die grösste Schwierigkeit - und das kam für uns überraschend - war, dass es nicht einfach ist, gute Leute zu finden. Was das Kulturelle angeht, bin ich froh, dass wir unsere Geschäftsführerin haben. Sprache ist das eine, das andere sind die gesetzlichen Regulierungen für unsere Tätigkeit. Uns scheint vieles kompliziert und aufwändig. Interessanterweise kontrastiert das mit unseren Mitarbeitenden in Polen, bei denen wir einen erfrischenden Pragmatismus sehen, die Dinge anzugehen.
Die Geschäftsidee ist es, unsere Kollegen und Kolleginnen in Wroclaw, Polen, in Kundenprojekte einzubinden. Die ersten Projekteinsätze laufen und sehen vielversprechend aus. Neben der Geschäftsführung haben wir zurzeit zwei produktive Mitarbeitende. Diese müssen sich noch an das Entwicklungsgeschäft für Drittkunden gewöhnen, aber bei unserem spezifischen Geschäftsmodell war das zu erwarten. Andere Unternehmen skalieren zur Optimierung der Wertschöpfungskette sehr schnell und stellen in einem Quartal mehrere Hundert neue Mitarbeitende ein. Wir brauchen einen längeren Atem, aber dafür soll es nachhaltig sein. Wir wachsen auch in Polen a priori rentabel.
Es ist schwierig, einen allgemeinen Tipp zu geben, ausser, dass es immer hilft, mit Peers zu sprechen. Im Gespräch kann man dann gut abschätzen, welche Aspekte vergleichbar und welche Tipps hilfreich sind.
Katalin Dreher-Hajnal
Senior Consultant Central Eastern Europe, Switzerland Global Enterprise