
Julie Bächtold, Content Manager
1. Apr. 2026

maXerial entwickelt KI-gestützte, hardware-unabhängige Software für industrielle Anwendungen. Roger Herger, CEO und Founder, erklärt, wie sein Team von Liechtenstein aus internationale Märkte erschliesst.
Das Deep-Tech Start-up maXerial ist mit seiner KI- und Röntgeninspektionssoftware in Europa, den USA und Asien präsent. Mit regelbasierter Erkennung und Deep Learning identifiziert die Software verborgene Fehler bei Produktionsgeschwindigkeit. Kunden lizenzieren die Software oder lassen Bauteile in Vaduz direkt per Röntgen prüfen. maXerials jüngstes Produkt ermöglicht das Training industrieller KI-Modelle ohne Programmierkenntnisse, etwa durch Mitarbeitende in der Produktion. Es wurde nun international lanciert.
Roger Herger, CEO und Founder, maXerial
Wir wollten testen, wie unsere No-Code-KI-Plattform im amerikanischen Markt ankommt. Bei unseren Röntgendienstleistungen sind die Kundensegmente klar. Wir analysieren, welche Industrien und Märkte einen hohen Bedarf an Entwicklung und Qualitätskontrolle haben.
Bei der KI-Trainingssoftware ist der Markt breiter. Deshalb wollten wir herausfinden, ob in den USA überhaupt Interesse besteht und wer mögliche Kunden sind. Dank dem Exportscheck der liechtensteinischen Regierung war die Teilnahme am swisstech-Pavilion an der CES für uns gut finanzierbar.
Mit meinem Hintergrund – Doktorabschluss in Röntgenphysik am Paul Scherrer Institut – liegt mir die Technik natürlich am Herzen. Aber internationale Kunden kaufen nicht Physik, sondern Mehrwert, Service und Zuverlässigkeit. Kurz: die Gewissheit, dass kein fehlerhaftes Bauteil die Linie verlässt. Genau diese Sprache haben wir an der CES gelernt zu sprechen. Das hat die Gespräche geöffnet.
Vor Ort haben wir stark von der professionellen Vermarktung und der Medienpräsenz durch S-GE profitiert: Besucher kamen vorbei, die uns vorher nicht kannten. Sie wurden über S-GE-Kanäle auf uns aufmerksam. Dank der Teilnahme am swisstech-Pavilion konnten wir von der Marke Schweiz profitieren, die international eine sehr gute Reputation hat. Wir hatten einen ausgezeichneten Standort, mitten im Start-up-Park, das hat eine interessierte Kundschaft angelockt.
Was den amerikanischen Markt angeht, war das Ergebnis lehrreich, aber eher enttäuschend, da viele Amerikaner nicht mehr selbst produzieren. Wir haben gemerkt, dass der Bedarf für unsere Lösungen dort momentan begrenzt ist. Das Re-Shoring-Narrativ in den USA kann mittelfristig interessant werden, ist aber kurzfristig noch kein Umsatztreiber. Dafür entstanden aus europäischen und asiatischen Leads konkrete Geschäftsbeziehungen.
Es ist wichtig, vorab klar zu definieren, was das Ziel der Teilnahme ist: Finanzierung oder neue Kunden. Davon hängt ab, welche Gespräche ich suche und wie ich den Pitch aufbaue. Vor Ort ist es ein Speed-Dating-Format: viele kurze Kontakte, schnelle Qualifizierung. Die eigentliche Arbeit beginnt danach.
Ramona Lieser, Project Manager Trade Fairs + Start-ups