Success Stories

RepRisk-CEO Philipp Aeby: "Lokale Expertise kann nicht durch KI ersetzt werden"

4. Nov. 2025

Portrait Philipp Aebi

Mit Hilfe von umfassenden Datensätzen und Künstlicher Intelligenz schätzt das Zürcher Unternehmen RepRisk Geschäftsrisiken von millionenschweren Unternehmen und Projekten ein. CEO und Mitgründer Philipp Aeby über den rasanten Expansionskurs des Geschäfts und was dabei wichtig war.

RepRisk ist in 64 Ländern im Einsatz – was waren die grössten Herausforderungen bei der Expansion Ihres Unternehmens?

Aufgrund des ESG-Booms starteten wir 2022 einen "Expansions-Sprint": Im Januar eröffneten wir einen Sitz in Tokyo – unter den geltenden Covid-Einschränkungen, im Juni in London, im August eine juristische Einheit in Schanghai und kurz nach Jahreswechsel einen Sitz in New York. Eine der grössten Herausforderungen war damals und ist auch heute noch die Einhaltung lokaler Vorschriften sowie die Auswahl geeigneter Partner vor Ort.

Wie kann man dieser Herausforderung begegnen?

Bei einer Expansion in diesem Tempo ist die Unterstützung von lokalen Expertinnen und Experten entscheidend – idealerweise mit Kenntnissen zum heimischen Markt. Switzerland Global Enterprise stellt uns an Standorten, an denen wir nicht gut vernetzt sind, eine Auswahl von Fachpersonen zur Verfügung: Von Anwälten über Buchhalter bis zu Versicherungsanbietern, die auch mit Schweizer Geschäftspraktiken vertraut sind. Dies erleichtert nicht nur die Formalitäten, sondern verbessert auch das Risikomanagement.

Weshalb haben Sie sich für die spezifischen Märkte und Standorte entschieden?

Je nach Land sind dies unterschiedliche Motive: Nähe zu unserer Kundschaft und Marktdurchdringung spielten eine wichtige Rolle bei der Wahl von New York, London und Tokyo als Firmensitze. In den Philippinen war der Zugang zu lokalen Talentpools das zentrale Motiv. Der Sitz in Manila war Startpunkt unserer Zusammenarbeit mit Switzerland Global Enterprise, die wir mit unserer Expansion in weitere asiatische Märkte wie Japan und China vertieften.

Marktregulierungen und kulturelle Unterschiede halten viele Unternehmen von einer Expansion nach China ab – welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ein wesentlicher Vorteil ist der erleichterte Kontakt zu Behörden und Verbänden, der durch Switzerland Global Enterprise ermöglicht wird. Im vergangenen Winter haben ihre Fachleute Treffen vor Ort organisiert, was mir die Möglichkeit gegeben hat, unsere Beziehungen und unser Netzwerk auszubauen und zu stärken. Für uns ist es keine Option, nicht auf dem chinesischen Markt präsent zu sein – weil es unser Analysegeschäft erfordert, aber auch aus dem simplen Grund, dass China die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt ist.

Analysen und Risikobewertungen sind die Kernkompetenz Ihres Unternehmens. Welche Kompetenzen haben Ihnen trotzdem gefehlt, um einen Alleingang im Export zu wagen?

Für uns war rasch klar, dass wir Unterstützung brauchten – bei ersten Schritten im asiatischen Markt hatten wir mit Korruptionsfällen zu kämpfen. Uns fehlten lokale Expertise und der Zugang zu Netzwerken und Veranstaltungen vor Ort, was durch Daten oder KI nicht ersetzt werden kann. Darüber hinaus war es uns wichtig, dass unser Gegenüber auch die schweizerischen Geschäftspraktiken und Vorschriften versteht. Die Zusammenarbeit mit Switzerland Global Enterprise ermöglichte es uns, sichere Entscheidungen zu treffen und verlässliche Partner zu finden, was wir allein nicht geschafft hätten.

RepRisk ist globaler Marktführer bei der Identifizierung und Bewertung von Geschäftsverhaltens- und ESG-Risiken. Die Data-as-a-Service-Lösungen sind skalierbar und werden unter anderem von weltweit führenden Banken, Investmentmanagern, und Staatsfonds für ihre Due-Diligence- und Risikomanagements-Prozesse genutzt.

Daniel Bont

Senior Consultant China, Australia + Internationalization

Zürich, Schweiz

dbont@s-ge.com

+41 44 365 55 20

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