20. Jan. 2026

Für Exportfirmen aus der Schweiz und Liechtenstein zeichnen sich wichtige Änderungen im Handel mit den USA ab. Jetzt die Webinar-Aufzeichnung ansehen und gut darauf vorbereitet sein.
Nach Monaten der Unsicherheit und Zusatzabgaben von bis zu 39 % auf Schweizer Ursprungswaren wurde ein bedeutender Schritt erzielt: Eine Absichtserklärung zwischen der Schweiz, Liechtenstein und den Vereinigten Staaten sieht umfassende Zollsenkungen vor und schafft die Grundlage für ein künftiges verbindliches Handelsabkommen. Die unmittelbare Entlastung: Ein Maximalzollsatz von 15 % für die meisten Waren, insbesondere aus den Industrie- und Fertigungssektoren.
Die Vereinbarung geht über Zollfragen hinaus und umfasst auch nichttarifäre Handelshemmnisse, den digitalen Handel, Investitionen sowie wirtschaftliche Sicherheit. Das konkrete Inkrafttreten dieser Massnahmen, der sogenannte „Tag X“ steht jedoch noch aus. Eine rückwirkende Anwendung ist möglich. Unternehmen sind gut beraten, informiert zu bleiben.
Die Absichtserklärung ist ein wichtiger Meilenstein. Sie bringt eine Entlastung für Schweizer Unternehmen. Gleichzeitig ist klar, dass es langfristige Planungssicherheit braucht.”
Hervé Lohr, Deputy Head of Bilateral Economic Relations and Head Americas, SECO
Medizintechnik, Uhren, Maschinenbau und Nahrungsmittel sind weiterhin am stärksten betroffen. Einige Produkte werden künftig durch neue Anhänge (Annex II und III) von Zusatzabgaben befreit, für andere gilt ein „all-in“-Zollsatz von maximal 15 %. Branchenspezifische Importzölle gemäss Section 232, etwa auf Stahl und Aluminium, bleiben vorerst bestehen.
Ein zusätzliches Unsicherheitsmoment bildet ein noch ausstehendes Urteil des US Supreme Court. Dieses könnte die rechtliche Grundlage der US-Zölle kippen und damit Rückerstattungen auslösen. Eine solche Rückerstattung wäre beispiellos in der Geschichte der US-Zollpolitik, dürfte jedoch langwierig und aufwendig werden. Schweizer und Liechtensteiner Firmen sollten sich frühzeitig vorbereiten und relevante Importdokumente sichern.
Unabhängig davon, wie der Supreme Court entscheidet, sollten Schweizer Unternehmen weiterhin mit Zöllen rechnen. Strategische Vorbereitung ist entscheidend.”
Clinton Yu, Partner, Barnes & Thornburg LLP
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