
Indonesien, mit seinem robusten Wirtschaftswachstum und seiner strategischen Lage in Südostasien, bietet bedeutende Chancen für Schweizer und Liechtensteiner Exporteure, insbesondere in Sektoren wie erneuerbare Energien und Medizintechnik. Die wachsende Mittelschicht und die steigende Nachfrage nach fortschrittlichen Produkten machen es zu einem attraktiven Markt für hochwertige Schweizer Angebote.
Indonesien ist eine der größten Volkswirtschaften Asiens und verzeichnete 2024 ein solides BIP-Wachstum von rund 5%. Der steigende Bedarf im Gesundheitswesen, einschließlich Pharmazie, Medizintechnik und digitaler Gesundheit, sowie der starke staatliche Fokus auf Infrastruktur und erneuerbare Energien schaffen Chancen für Schweizer Unternehmen. Allerdings erfordern Faktoren wie Währungsschwankungen und ein moderates, aber zunehmendes Leistungsbilanzdefizit ein sorgfältiges Risikomanagement. Die Navigation durch regulatorische Rahmenbedingungen und der Aufbau starker lokaler Partnerschaften bleiben besonders im MedTech- und Pharmasektor entscheidend für den Erfolg.
Freihandelsabkommen
Es gibt ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und diesem Land. Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).
Total Handelsströme
Gesamtvolumen der mit der Schweiz gehandelten Waren (Importe + Exporte). Quelle: UN Comtrade. Daten per 2023.
BIP-Wachstum über 3 Jahre
Gesamtwachstum des realen BIP in den letzten drei Jahren. Quelle: Weltbank. Daten per 2023.
Roger Zbinden
Leiter Swiss Business Hub SEA + Pazifik
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Jakarta, Indonesien

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Bern, Schweiz
Indonesiens aktuelle Wirtschaftslage ist durch ein stetiges Wachstum gekennzeichnet, begleitet von aufkommenden makroökonomischen Druckfaktoren. Das BIP wuchs 2024 um 5,03%, unterstützt durch niedrige Inflation von 1,57%, und frühe Daten für 2025 zeigen ein moderiertes, aber widerstandsfähiges Wachstum von etwa 4,7% im ersten Quartal. Dennoch stellen ein sich ausweitendes Leistungsbilanzdefizit und Abwertungsdruck auf die Rupiah - bedingt durch weltweite monetäre Straffungen und inländische politische Unsicherheiten - Risiken dar. Für Schweizer Exporteure erfordern schwächere externe Nachfrage und potenzielle Wechselkursvolatilität sorgfältige Preisstrategien und proaktives Risikomanagement.
Im Jahr 2024 zeigte die Handelsleistung Indonesiens ein moderates Wachstum, mit einem Anstieg der Exporte um 2,29% auf 264 Milliarden USD und einem Anstieg der Importe um 5,6% auf 233 Milliarden USD. Der bilaterale Handel mit der Schweiz sank jedoch um 29,7%, was hauptsächlich auf einen starken Rückgang der indonesischen Goldimporte zurückzuführen ist. Schweizer Exporteure können von einem präferenziellen Marktzugang im Rahmen des Indonesien–EFTA CEPA profitieren und sollten sich auf Bereiche mit hohem Potenzial konzentrieren, die von den aktuellen Handelstrends Indonesiens unterstützt werden, wie Landwirtschaft und ausgewählte Fertigungssegmente, die ein solides Exportwachstum verzeichnen. Eine sorgfältige Sektoranalyse bleibt unerlässlich, da exportbezogene Dienstleistungsdaten - wie digitale Dienstleistungen - in den offiziellen Statistiken noch nicht konsistent erfasst werden.
Schweizer Unternehmen können starke Chancen im Bereich der erneuerbaren Energien in Indonesien nutzen, insbesondere bei der Wasserkraft, die nach wie vor eine wichtige Säule in den Energieplanungsstrategien des Landes darstellt. Die Schweizer Expertise in der Wasserkrafttechnologie, der Netzwerkintegration und bei Nachhaltigkeitsstandards passt gut zu den aktuellen Investitionsprioritäten Indonesiens. Darüber hinaus können Schweizer Firmen auf ihrem starken Ruf in der Medizintechnologie und im Pharmabereich aufbauen, da Indonesien weiterhin stark auf importierte medizinische Geräte angewiesen ist und internationale Partner sucht, um die Gesundheitsinfrastruktur zu verbessern. Der Erfolg in beiden Sektoren wird davon abhängen, lokale Partnerschaften zu bilden und sich effektiv in den regulatorischen Anforderungen zurechtzufinden.
Schweizer Exporteure sollten sich auf Sektoren wie erneuerbare Energien, Medizintechnik und Pharmazeutika konzentrieren. Der Sektor für erneuerbare Energien, insbesondere die Wasserkraft, wächst und stimmt mit globalen Nachhaltigkeitszielen überein, was Schweizer Unternehmen die Möglichkeit bietet, ihre Expertise einzusetzen. Zudem haben Schweizer Firmen einen starken Ruf in der Medizintechnik und im Pharmazeutika-Bereich, den sie durch strategische Kooperationen und die Navigation rechtlicher Rahmenbedingungen auf internationalen Märkten nutzen können.
Schweizer Exporteure stehen im indonesischen Markt vor mehreren zentralen Herausforderungen. Währungsschwankungen – sowohl der starke Schweizer Franken als auch Schwankungen der indonesischen Rupiah – können Preise und Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen. Die regulatorische Komplexität, einschliesslich sich ändernder Importvorschriften und lokaler Inhaltsanforderungen, erhöht den administrativen Aufwand und kann lokale Partnerschaften erfordern. Zudem können geopolitische Spannungen und globale Lieferkettenunterbrechungen die Lieferfristen und den Marktzugang beeinflussen. Um diese Risiken zu mindern, sollten Exporteure effektive Währungsabsicherungsstrategien einsetzen, regulatorische Entwicklungen genau verfolgen und widerstandsfähige Liefer- und Vertriebsstrukturen aufbauen.