
Trotz erheblicher wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt der Libanon aufgrund seiner strategischen Lage und des Aufwärtspotenzials in Schlüsselsektoren wie Wiederaufbau und Tourismus ein Markt von Interesse für Schweizer und liechtensteinische Exporteure. Der Bedarf des Landes in den Bereichen Wiederaufbau und Modernisierung bietet Chancen für Unternehmen, die innovative und nachhaltige Lösungen anbieten.
Die Wirtschaft des Libanon wurde durch die Ereignisse in jüngerer Zeit erheblich beeinträchtigt und verzeichnete einen kumulierten BIP-Rückgang von fast 40 % seit 2019. Das reale BIP dürfte jedoch um 4,7 % wachsen und bis 2025 USD 30 Mrd. erreichen, was auf eine potenzielle Erholung schliessen lässt. Der Bedarf im Rahmen des Wiederaufbaus wird auf USD 11 bis 14 Mrd. geschätzt und signalisiert Chancen im Bauwesen und in der Infrastrukturentwicklung. Zudem steht der Tourismus, der erhebliche Einbussen erlitten hat, vor einer Wiederbelebung und bietet Chancen für Schweizer und liechtensteinische Unternehmen, die auf Dienstleistungen in den Bereichen Gastgewerbe und Reisen spezialisiert sind. Dennoch verlangen Herausforderungen wie die hohe, für 2024 auf 45 % geschätzte Inflation sowie die umfangreiche Schattenwirtschaft eine gründliche Markt- und Risikoanalyse seitens der Exporteure.
Freihandelsabkommen
Es gibt ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und diesem Land. Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).
Total Handelsströme
Gesamtvolumen der mit der Schweiz gehandelten Waren (Importe + Exporte). Quelle: UN Comtrade. Daten per 2023.
Suhail El Obeid
Senior Consultant Middle East
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Die libanesische Wirtschaft steht derzeit vor erheblichen Herausforderungen, darunter der Rückgang des realen BIP um 7,1 % bis 7,5% im Jahr 2024 und ein kumulierter BIP-Rückgang von fast 40 % seit 2019. Trotz dieser Herausforderungen gibt es Anzeichen für eine Stabilisierung, etwa den soliden Wechselkurs, der durch eine ausgewogene Aussenhandels- und Haushaltsbilanz gestützt wird. Schweizer Exporteure sollten Vorsicht walten lassen, können jedoch Chancen ausloten, da die Wirtschaft 2025 um 4,7 % wachsen dürfte, womit sich die Importnachfrage potenziell erhöht.
Im Jahr 2024 reduzierten sich die Schweizer Exporte in den Libanon um 42 %, während die Gesamtexporte des Libanon im Vergleich zu 2023 um 9,6 % zurückgingen. Im ersten Quartal 2025 wuchs das libanesische Exportvolumen jedoch um 30 %, getrieben von einem Anstieg der Schmuckexporte um 120 %. Schweizer Exporteure sollten diesen Aufschwung der libanesischen Exporte, insbesondere im Schmucksektor, beobachten, da er neue Chancen für Handelspartnerschaften bieten könnte.
Schweizer Unternehmen haben Chancen im Luxusgütersektor, der trotz wirtschaftlicher Herausforderungen weiterhin floriert. Dies ist besonders relevant für Schweizer Exporteure, die sich auf Highend-Güter und -Dienstleistungen spezialisiert haben, da sie ihren Ruf für Qualität und Präzision nutzen können, um Marktanteile in diesem widerstandsfähigen Sektor zu gewinnen.
Der Luxusgütersektor ist für Schweizer Exporteure besonders vielversprechend, da er trotz wirtschaftlicher Herausforderungen weiterhin floriert. Schweizer Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind, können ihren Ruf für Qualität und Präzision nutzen, um Marktanteile zu gewinnen. Darüber hinaus bietet der Dienstleistungssektor, der über 70 % des libanesischen BIP ausmacht, Chancen für Schweizer Know-how bei Finanz-, Beratungs- und Technologiedienstleistungen.
Schweizer Exporteure stehen im Libanon aufgrund der wirtschaftlichen Instabilität des Landes vor grossen Herausforderungen, wie einem hohen Geldwäschereirisiko und Ernährungsunsicherheit, von der 15 % der Haushalte betroffen sind. Darüber hinaus erhöht die Aufnahme des Libanon in die Hochrisikoliste der EU und die graue Liste der Financial Action Task Force (FATF) die Kosten für aufsichtsbehördliche Prüfung und Compliance.