
Dank seiner starken industriellen Basis und einer tiefgreifenden Integration in die nordamerikanischen Lieferketten ist Mexiko eines der dynamischsten Industrieländer Lateinamerikas.
Das verarbeitende Gewerbe macht weiterhin etwa 20 % des BIP aus und der breitere Industriesektor ungefähr 31–32 %. Dies verdeutlicht Mexikos strategische Position in der Produktion von Automobilen, Elektronik, Maschinen und medizinischen Geräten. Angesichts mehr als 130 Millionen Einwohnern bietet das Land einen grossen, diversifizierten Binnenmarkt und bleibt ein wichtiger Nutzniesser des «Nearshorings», der Verlagerung der Produktion näher an die Vereinigten Staaten.
Das Wirtschaftswachstum wird sich 2025 voraussichtlich verlangsamen, denn die Prognosen deuten im Allgemeinen auf ein Plus von etwa 1 % oder weniger hin. Die Inflation hat sich im Vergleich zu den Vorjahren abgeschwächt, sollte aber in Preis- und Beschaffungsstrategien weiterhin sorgfältig bedacht werden. Gleichzeitig erfordert die angespannte Haushaltslage eine umsichtige Finanzplanung. Für Schweizer Unternehmen liegen die grössten Chancen in den Bereichen hochwertige Fertigung, Automatisierung, Technik, Pharmazie und Dienstleistungen, wo Schweizer Präzision und Zuverlässigkeit geschätzt werden. Um erfolgreich zu sein, müssen Exporteure die lokalen Regulierungsprozesse verstehen, mit variablen Zeitrahmen für Einfuhrgenehmigungen zurechtkommen und Mexikos umfangreiches Geflecht von Handelsabkommen nutzen, um die Lieferketten zu optimieren.
Freihandelsabkommen
Es gibt ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und diesem Land. Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).
Total Handelsströme
Gesamtvolumen der mit der Schweiz gehandelten Waren (Importe + Exporte). Quelle: UN Comtrade. Daten per 2023.
BIP-Wachstum über 3 Jahre
Gesamtwachstum des realen BIP in den letzten drei Jahren. Quelle: Weltbank. Daten per 2023.
Bruno Aloi
Senior Consultant Latin America
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Mexiko verzeichnete im Jahr 2024 ein BIP-Wachstum von etwa 1,45 %, das der starken Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und der soliden Binnennachfrage zu verdanken war. Angesichts des Investitionsrückgangs und externer Gegenwinde wird sich das Wachstum 2025 jedoch voraussichtlich auf etwa 1 % oder weniger verlangsamen. Die Inflation hat sich zwar gegenüber ihren Höchstständen abgeschwächt, bleibt jedoch ein Faktor für Kosten- und Preisentscheidungen, während die Arbeitslosigkeit weiterhin bei niedrigen 3 bis 4 % verharrt. Mit einer Bevölkerung von fast 132 Millionen und seiner strategischen Lage innerhalb der nordamerikanischen Lieferketten bleibt Mexiko ein wichtiges Drehkreuz für Schweizer Exporteure, die sowohl den US-Markt als auch Lateinamerika bedienen.
Mexikos Exporte steigen weiterhin, denn das Land ist eng in die US-Lieferketten eingebunden – etwa 80 % der Exporte gehen in die USA. Zu den wichtigsten Exportgütern gehören Automobile, Elektronik und Maschinen. Die Importe sind ebenfalls gestiegen, was die Nachfrage nach Industrie- und Konsumgütern widerspiegelt. Medizinische Geräte stellen sowohl bei den Einfuhren als auch bei den Ausfuhren eine wachsende Kategorie dar, sodass sich Chancen für Schweizer Anbieter von hochwertigen Technologien bieten.
Schweizer Unternehmen können von der anhaltenden Modernisierung der mexikanischen Industrie und der Stellung des Landes als Nearshoring-Drehkreuz für Nordamerika profitieren. Besonders grosse Chancen bieten sich Unternehmen, die hochpräzise Anlagen, Automatisierungslösungen, fortschrittliche Materialien und spezielle technische Dienstleistungen anbieten, die Produktivitätssteigerungen der lokalen Industrie ermöglichen. Ausserdem steigt die Nachfrage nach Medizintechnologie, Laborausrüstung und hochwertigen Komponenten vor dem Hintergrund des wachsenden Gesundheits- und Life-Sciences-Sektors. Neben der Industrie bietet Mexikos wachsender Dienstleistungssektor Chancen für Schweizer Anbieter in den Bereichen Finanzen, Risikomanagement, digitale Transformation, Cybersicherheit und Beratung, wo internationale Expertise und Zuverlässigkeit geschätzt werden.
Die dynamischsten Exportaussichten liegen in den Bereichen Automobile und Autoteile, Elektronik und Halbleiter, Industriemaschinen und -ausrüstung, Pharma, medizinische Geräte, Chemie und technische Dienstleistungen. Die rasche Einführung von Automatisierungs-, Industrie-, Robotik- und Energieeffizienztechnologien schafft neue Nachfrage, da Unternehmen ihre Anlagen aufrüsten und sich den nordamerikanischen Lieferketten anpassen. Zusätzlicher Schwung kommt von nachhaltigkeitsorientierten Investitionen – beispielsweise in der Abfallwirtschaft, zur Emissionsreduzierung und in saubere Fertigungstechnologien, alles Bereiche, in denen Schweizer Unternehmen starke Wettbewerbsvorteile haben.
Die wichtigsten Herausforderungen im Jahr 2025 sind etwa die langen Fristen für die Erteilung von Einfuhrgenehmigungen und Registrierungen durch die Gesundheitsbehörden, die in vielen Fällen immer noch 18 bis 24 Monate dauern können und Produkteinführungen verzögern. Die Regulierung bleibt sehr komplex, und Unternehmen müssen die Entwicklung bei Handelsmassnahmen, Zollanpassungen und Steuerreformen, die bestimmte Branchen betreffen, beobachten. Wechselkursschwankungen stellen weiterhin Planungsrisiken dar, insbesondere für Firmen mit langen Lieferzyklen. Um diese Faktoren abzumildern, sollten Exporteure mit zuverlässigen lokalen Partnern zusammenarbeiten, flexible Logistikregelungen aufrechterhalten und robuste Compliance- und Dokumentationsstrategien umsetzen.