
Mosambik bietet Schweizer und liechtensteinischen Exporteuren wachsende Chancen, insbesondere im Energiesektor, wo bedeutende Investitionen in Flüssigerdgasprojekte (LNG) das Wirtschaftswachstum und die Nachfrage nach spezialisierten Gütern und Dienstleistungen ankurbeln dürften. Die Bewältigung der wirtschaftlichen Herausforderungen erfordert jedoch strategische Planung und Risikomanagement.
Die Wirtschaftslandschaft von Mosambik ist geprägt von seinen beträchtlichen Erdgasvorkommen, die vor allem im Rahmen wichtiger Projekte wie Coral Norte von Eni und des Mozambique LNG Project von Total Energies gefördert werden. Diese Initiativen im Wert von mehreren Milliarden Dollar sollen das Land zu einem bedeutenden LNG-Exporteur machen und schaffen eine Nachfrage nach Schweizer Know-how in den Bereichen Ingenieurwesen, Technologie und Umweltmanagement. Trotz dieser Chancen steht Mosambik vor wirtschaftlichen Herausforderungen, darunter ein hoher Leitzins von 18 %, ein rückläufiges BIP-Wachstum und ein erhebliches Haushaltsdefizit. Darüber hinaus erfordern der Devisenrückstand des Landes und die hohe Staatsverschuldung eine sorgfältige Finanzplanung für Exporteure. Der Erfolg in diesem Markt ist abhängig von einem Verständnis der Wirtschaftsbedingungen vor Ort, von der Nutzung der technologischen Stärken der Schweiz und vom Aufbau robuster Lieferketten, um Risiken zu mindern.
Freihandelsabkommen
Es gibt ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und diesem Land. Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).
Total Handelsströme
Gesamtvolumen der mit der Schweiz gehandelten Waren (Importe + Exporte). Quelle: UN Comtrade. Daten per 2023.
BIP-Wachstum über 3 Jahre
Gesamtwachstum des realen BIP in den letzten drei Jahren. Quelle: Weltbank. Daten per 2023.
Stéphanie Labité
Head of Swiss Business Hub Southern Africa
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Die aktuelle Wirtschaftslage ist schwierig: 2024 ging die Wirtschaftsleistung Mosambiks deutlich zurück. Das jährliche reale BIP-Wachstum ist deutlich gesunken – von 5,5 % im Jahr 2023 auf 2,2% – und der PMI erreichte im Dezember 2024 einen Tiefstand von 46,4, was auf eine Kontraktion hinweist. Angesichts des hohen Leitzinses von 18 % und der zunehmenden Staatsverschuldung, welche die finanzielle Stabilität und die Nachfrage nach Importen beeinträchtigen könnten, sollten Exporteure Vorsicht walten lassen.
Schweizer Exporteure sollten beachten, dass die Exporte jährlich um 1,0 % leicht gesunken sind, während der Import traditioneller Güter um 14 % deutlich zurückgegangen ist, was zu einem Rückgang der Importe um insgesamt 9,0 % beigetragen hat. Dieser Trend deutet auf eine potenzielle Chance für Schweizer Exporteure hin, die durch den Rückgang der Importe entstandenen Lücken zu füllen, insbesondere in Sektoren wie Maschinen und Transportfahrzeuge, in denen China und Südafrika wichtige Lieferanten sind. Zusätzlich könnte es vorteilhaft sein, sich auf Exportmärkte mit hoher Nachfrage wie Indien und China zu konzentrieren, die bedeutende Importeure von Erdgas und anderen Rohstoffen sind.
Schweizer Unternehmen haben bedeutende Chancen im LNG-Sektor von Mosambik, insbesondere was die Lieferung von Technologie und Know-how für Projekte wie Coral Norte und Mozambique LNG angeht. Zusätzlich könnte der Ausbau des Containerterminals im Hafen von Maputo Schweizer Logistik- und Infrastrukturunternehmen zugutekommen. Der Schweizer Finanzsektor wiederum könnte von der Einrichtung eines Staatsfonds profitieren, in den die Einnahmen aus der Rohstoffindustrie Mosambiks fliessen.
Die Rohstoffindustrie, insbesondere LNG-Projekte in Mosambik, ist ein vielversprechender Sektor für Schweizer Exporteure. Mit bedeutenden Investitionen wie dem Coral Norte-Projekt von Eni und dem Mozambique LNG-Projekt von Total Energies wächst die Nachfrage nach Technologie, Ausrüstung und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der LNG-Produktion und dem Ausbau der Infrastruktur. Darüber hinaus deutet der Ausbau des Hafens von Maputo auf einen steigenden Logistikbedarf hin und bietet Chancen für Schweizer Unternehmen, die auf Logistik und Supply-Chain-Lösungen spezialisiert sind.
Schweizer Exporteure stehen vor Herausforderungen wie geopolitischer Instabilität und Reputationsrisiken, insbesondere in Regionen wie Mosambik. Die Einstellung der USAID-Aktivitäten in Mosambik könnte zu erheblichen wirtschaftlichen Störungen führen, die auch dort tätige Schweizer Unternehmen betreffen würden. Zusätzlich haben die Folgen des sogenannten «Mosambik-Skandals» um versteckte Schulden der Credit Suisse dazu geführt, dass Schweizer Finanzinstitute vorsichtiger geworden sind, was sich möglicherweise auf die Finanzierungsmöglichkeiten für Schweizer Exporteure in Mosambik auswirkt.