
Oman bleibt eine kohlenwasserstoffabhängige Wirtschaft: Öl und Gas machen weiterhin den Grossteil der Staatseinnahmen und etwa 60 % des Einkommens aus Exporten aus. Jedoch treibt das Land im Rahmen der Vision 2040 eine ehrgeizige Diversifizierungsagenda voran und stärkt die wirtschaftlichen Aktivitäten ausserhalb des Ölsektors.
Das wirtschaftliche Wachstum war 2024 bescheiden (ca. 1,6 bis 1,7 %), mit stärkerer Dynamik von rund 4 % ausserhalb des Ölsektors. Die weiterhin geringe Inflation sorgt für ein stabiles Preisumfeld. Die Haushaltskonsolidierung in den letzten Jahren hat dazu beigetragen, die zuvor hohe Staatsverschuldung schrittweise zu reduzieren.
Oman entwickelt sich zu einem regionalen Zentrum für erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff, mit umfangreichen Projekten in der Entwicklung und einer robusten staatlichen Strategie für die Ankurbelung von Exporten. Zudem stärkt der Ausbau der Hafenkapazitäten in Duqm, Sohar und Salalah Omans Position als wettbewerbsfähiges Logistikdrehkreuz. Der Markteintritt erfordert sorgfältige Planung, da aufsichtsbehördliche Abläufe, Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen und bescheidenes BIP-Wachstum langfristige Strategien beeinträchtigen können. Unternehmen, die hochwertige Lösungen mit lokalen Partnerschaften kombinieren, werden in dieser diversifizierten Wirtschaft ein vielversprechendes Potenzial finden.
Hinweis: Aktuelle Lage im Oman
Die Nahost-Region befindet sich derzeit in einer Phase erheblicher geopolitischer Spannungen und aktiver Konflikte. Dies wirkt sich auf die Geschäftsbedingungen im gesamten Golf-Kooperationsrat (GCC) aus.
Wir beobachten die Lage und ihre Auswirkungen auf Schweizer und Liechtensteinische Unternehmen, die in diesen Märkten tätig sind oder einen Markteintritt in Betracht ziehen, aufmerksam. Wir empfehlen Exporteuren und Investoren, ihre Risikoexposition sorgfältig zu prüfen und regelmässigen Kontakt zu lokalen Partnern und Vertretern zu halten.
Bitte beachten Sie die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), siehe Liste unten) für die aktuellste Einschätzung. Wenden Sie sich bei Bedarf an unseren Berater Suhail El Obeid oder unser ExportHelp-Team.
Freihandelsabkommen
Es gibt ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und diesem Land. Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).
Total Handelsströme
Gesamtvolumen der mit der Schweiz gehandelten Waren (Importe + Exporte). Quelle: UN Comtrade. Daten per 2023.
BIP-Wachstum über 3 Jahre
Gesamtwachstum des realen BIP in den letzten drei Jahren. Quelle: Weltbank. Daten per 2023.
Angelica Schempp
Consul General & Head of Swiss Business Hub Middle East
The Swiss Business Hub Middle East
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Bern, Schweiz
Oman verzeichnete im Jahr 2024 ein bescheidenes reales BIP-Wachstum von ca. 1,6 bis 1,7 %, wobei die Nichtölsektoren schneller wuchsen als die Kohlenwasserstoffwirtschaft. Die Inflation bleibt im niedrigen einstelligen Bereich und schafft ein stabiles Umfeld für die Geschäftsplanung. Obwohl die Staatsverschuldung in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist, setzt die Regierung einen finanzpolitischen Konsolidierungsplan um, der die Schuldenindikatoren allmählich verbessert. Insbesondere ausserhalb der Kohlenwasserstoffindustrie sollten Schweizer Exporteure Oman als stabilen Markt mit klaren langfristigen Entwicklungsschwerpunkten betrachten.
Führende Güter im Export aus der Schweiz nach Oman sind Präzisionsinstrumente, Uhren, Schmuck sowie Maschinen- und technische Anlagen. Omans Importnachfrage wächst, insbesondere bei Industriegütern und Hightech-Produkten, was die Diversifizierungsziele widerspiegelt. Handelsbeziehungen werden durch das Freihandelsabkommen EFTA-GCC unterstützt, das den Marktzugang für Schweizer Unternehmen erleichtert. Da Oman zunehmend Industrieanlagen, Technologie und fortschrittliche Dienstleistungen aus dem Ausland bezieht, bleiben die Chancen für hochwertige Schweizer Produkte beträchtlich.
Es bestehen erhebliche Chancen in der pharmazeutischen Herstellung, da die Regierung die lokale Fertigung fördert und aktiv Anreize für internationale Unternehmen bietet. Auch in den Bereichen grüner Wasserstoff, erneuerbare Energien, industrielle Maschinenanlagen, digitale Infrastruktur und Hafen- bzw. Logistiklösungen finden Schweizer Unternehmen hohes Potenzial vor. Investitionen in den Ausbau von Flüssiggasproduktion sowie die Integration von Solarenergie und Wasserstoffprojekten eröffnen Chancen für Schweizer Ingenieur-, Cleantech- und Energiesystemkompetenz.
Die meistversprechenden Sektoren für Schweizer Exporteure sind Pharmazeutika und Medizintechnik, wo direkte staatliche Anreize und eine wachsende inländische Produktionskapazität günstige Bedingungen für Investitionen schaffen. Gute Chancen bestehen auch im Bereich des grünen Wasserstoffs und der erneuerbaren Energien, die zentral für die nationale Diversifizierungsstrategie von Oman sind und durch eine umfangreiche Pipeline grösserer Projekte gefördert werden. Die Industrie- und Logistikinfrastruktur ist ein weiterer attraktiver Bereich, insbesondere dank des laufenden Ausbaus der Häfen und Produktionszentren in Duqm. Zusätzlich wächst die Nachfrage nach modernen Digitaltechnologien, die E-Government, Automatisierung und moderne Industriesysteme unterstützen. Auch dies bietet Schweizer Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil.
Schweizer Unternehmen sollten sich auf aufsichtsrechtliche Komplexität, unterschiedliche Bewilligungsverfahren und zuweilen schleppende administrative Abläufe gefasst machen. Durch die Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen ist Oman der Ölpreisvolatilität ausgesetzt, was sich auf öffentliche Ausgaben und Investitionszyklen auswirken kann. In einigen Branchen können Einschränkungen für Auslandsbeteiligungen oder Auflagen zur lokalen Beschaffung gelten. Sorgfältige Due Diligence bei der Marktprüfung und solide lokale Partnerschaften sind entscheidend für den erfolgreichen und nachhaltigen Betrieb.