
Thailand ist ein entscheidender Markt für Schweizer und Liechtensteiner Exporteure. Es bietet einen strategischen Einstiegspunkt in die ASEAN-Region mit seiner starken Fertigungsbasis und dem wachsenden Dienstleistungssektor. Das vielseitige Wirtschaftsumfeld des Landes und die zunehmenden ausländischen Direktinvestitionen bieten zahlreiche Möglichkeiten für Expansion und Zusammenarbeit.
Thailands Wirtschaft ist durch eine diversifizierte industrielle Basis verankert, wobei der Fertigungssektor rund ein Viertel des BIP ausmacht und der breitere Industriesektor etwa ein Drittel. Das Land bleibt ein bedeutendes regionales Zentrum für die Automobilproduktion und ein wichtiger globaler Akteur in der Elektronik, einschließlich Komponenten für Festplatten. Der Dienstleistungssektor dominiert die Wirtschaft mit fast 60% des BIP, unterstützt durch eine starke Erholung des Tourismus im Jahr 2024. Wichtige Exportprodukte wie Automobile, Elektronik und Agrarprodukte spiegeln eine anhaltende Nachfrage entlang der globalen Wertschöpfungsketten wider.
Obwohl das BIP im Jahr 2024 um 2.5% gewachsen ist, haben sich die Wachstumserwartungen für 2025 abgeschwächt, wobei einige Prognosen nach unten auf etwa 1.8% revidiert wurden. Auch die fiskalischen Drucke bleiben bestehen, hervorgehoben durch ein prognostiziertes Haushaltsdefizit. Für Schweizer Exporteure unterstreichen diese Trends die Notwendigkeit strategischer Markteintritte und Anpassungsfähigkeit, während Thailands tiefe Integration in globale Lieferketten weiterhin solide Chancen in der hochveredelten Fertigung und unterstützenden Industrien bietet.
Freihandelsabkommen
Es gibt ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und diesem Land. Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).
Total Handelsströme
Gesamtvolumen der mit der Schweiz gehandelten Waren (Importe + Exporte). Quelle: UN Comtrade. Daten per 2023.
BIP-Wachstum über 3 Jahre
Gesamtwachstum des realen BIP in den letzten drei Jahren. Quelle: Weltbank. Daten per 2023.
Roger Zbinden
Head of Swiss Business Hub SEA + Pacific
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Die Thai Water Expo 2026 (THW), die ASEAN Sustainable Energy Week 2026 (ASEW) und Pumps & Valves Asia 2026 (PVA) vereinen sich zu einer bedeutenden Plattform für zukunftsweisende Technologien und nachhaltige Lösungen.
Bangkok, Thailand
Die aktuelle Wirtschaftslage in Thailand zeigt ein gemischtes Bild. Das BIP wuchs 2024 um 2.5%, aber der IWF hat seine Wachstumsprognose für 2025 auf etwa 1.8% nach unten korrigiert, was auf ein schwächeres Momentum hinweist. Die Inflation wird voraussichtlich bei 0.0% bis 1.0% im Jahr 2025 bleiben, und der Leitzins wurde auf 1.75% gesenkt, um die wirtschaftliche Aktivität zu unterstützen. Gleichzeitig deutet ein starker Rückgang der Autoproduktion und ein Rückgang der thailändischen Aktien um 16% auf aufkommende Gegenwinde hin. Schweizer Exporteure sollten diese Entwicklungen genau beobachten, insbesondere Wechselkursbewegungen und Zinsanpassungen, da diese die Preisgestaltung, die Nachfrage und die gesamten Handelsdynamiken beeinflussen könnten.
Im Jahr 2024 sanken die Schweizer Exporte nach Thailand um 2.4% auf CHF 953 Millionen, während die Importe um 0.6% auf CHF 1.3 Milliarden stiegen. Dies unterstreicht ein herausforderndes Umfeld für Schweizer Exporteure. Im gleichen Zeitraum nahm die Handelsaktivität Thailands zu, wobei die Exporte auf USD 300.5 Milliarden (+5.4%) und die Importe auf USD 306.8 Milliarden (+6.3%) stiegen, obwohl das Land weiterhin ein Handelsdefizit aufwies. Das neue Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und Thailand, das seit Januar 2025 in Kraft ist, bietet Schweizer Unternehmen die Möglichkeit, den Marktzugang zu verbessern, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und möglicherweise jüngste Exportrückgänge auszugleichen.
Schweizer Unternehmen können eine starke Position in Thailand aufbauen, indem sie die beschleunigte digitale Transformation des Landes unterstützen. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger ausländischer Expertise steigt, insbesondere da Thailand seine digitale Infrastruktur aufrüstet und sein Innovationsökosystem im Finanzbereich stärkt. Unternehmen mit Kompetenzen in sicherer Cloud-Architektur, digitaler Identität, Cybersecurity und fortschrittlichen Finanztechnologien können strategische Partnerschaften mit thailändischen Unternehmen, Regulierungsbehörden und Finanzinstituten eingehen. Es bestehen auch Chancen bei der Bereitstellung von spezialisierten Beratungsdiensten, Compliance-Lösungen und technischer Integrationsunterstützung für grossangelegte Digitalprojekte.
Die vielversprechendsten Sektoren für Schweizer Exporteure sind die digitalen Infrastruktursektoren Thailands, namentlich Rechenzentren, Cloud-Dienste und Edge-Computing, in die 2024 die höchsten Investitionen aller Sektoren zugesagt wurden. Im Finanzbereich bleiben Fintech und Blockchain herausragende Wachstumsbereiche aufgrund starken politischen Interesses, steigender Akzeptanz im Privatsektor und Thailands Ambition, Zahlungen, digitale Vermögenswerte und Finanzdienstleistungen zu modernisieren. Diese Sektoren bieten skalierbare Nachfrage, klare Investitionsdynamik und Übereinstimmung mit den technologischen Stärken der Schweiz.
Schweizer Exporteure stehen in Thailand vor mehreren Herausforderungen, darunter nichttarifäre Handelsmassnahmen und potenzielle Wettbewerbsnachteile, bis das EFTA–Thailand Freihandelsabkommen vollständig umgesetzt ist. Die Marktbedingungen werden auch durch wirtschaftliche Gegenwinde beeinflusst, wie Thailands hohe Verschuldung der Privathaushalte, die zu einem starken Rückgang der inländischen Autoverkäufe und Veränderungen in der Verbrauchernachfrage geführt hat. Diese Faktoren unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Marktevaluation und adaptiver Strategien.