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Die Schweiz fühlt sich für mich wie das Herz der Krypto-Welt an

4. Nov. 2025

Im Kanton Aargau hat das Tokenization-Start-up NMKR den idealen Standort gefunden, um sein Geschäft weiterzuentwickeln und seine Web3-Produkte auszubauen.

Im Jahr 2021 studierte Patrick Tobler Informatik an der Hochschule der Medien Stuttgart, als er hörte, dass Cardano das Minting von NFTs auf seiner Blockchain ermöglichte. Er wollte ein NFT erstellen und da er auf dem Markt kein passendes Tool fand, entwickelte er innert einer Woche ein Tool, mit dem man NTFs ganz einfach nach Bedarf prägen konnte. Was als kleines Nebenprojekt begann, wurde zu etwas viel Grösserem: NMKR, das führende Tool für NFT-Minting und Tokenization auf der Cardano-Blockchain.  

Im Interview mit S-GE sprechen Patrick Tobler und Kristian Portz, Mitgründer von NMKR, darüber, wie sich NMKR von anderen Blockchain-Infrastruktur-Anbietern unterscheidet, was die Motivation hinter NMKR ist und warum sie sich für den Wirtschaftsstandort Schweiz entschieden haben.   

Was ist das Ziel von NMKR?   

Patrick: Bei NMKR ging es immer darum, die Blockchain für alle zugänglich zu machen. Es gibt viele Menschen und Unternehmen, die Interesse am Erstellen von NFTs haben, aber kaum jemand weiss, wie man die Blockchain-Technologie einsetzt und darauf aufbaut. Unser Ziel ist es, die Lancierung von NFTs für alle möglich zu machen.   

Was fasziniert Sie persönlich an NFTs und der Blockchain-Technologie?  

Patrick: Ich bin Informatiker und Technologie hat mich schon immer fasziniert. NFTs sind der Proof of Ownership, also der Eigentumsnachweis, auf der Blockchain, der viele Anwendungsfälle ermöglichen kann. Aktuell sehen wir viele Sammlungen von Profilbildern, aber NFTs können noch viel mehr sein. Sie können jede Art von Eigentum repräsentieren und sind dezentral gespeichert.   

Kristian: Ich bin in die Branche eingestiegen, weil ich endlose Möglichkeiten gesehen habe, digitales Eigentum, Online-Voting und die Tokenisierung realer Vermögenswerte zu revolutionieren. Diese Innovationen haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir mit Geschäftspartnern interagieren, grundlegend zu verändern, und ich freue mich darauf, weitere Business Cases auf NMKR zu bauen.  

 

Was Blockchain-Start-ups betrifft, haben wir festgestellt, dass die Vorschriften für Start-ups in der Schweiz viel freundlicher sind als in vielen anderen Ländern. - Patrick Tobler

Was unterscheidet NMKR von anderen NFT-Ökosystemen?  

Patrick: Wir legen den Fokus auf die User Experience – sowohl für Geschäftskunden (B2B) als auch für Endkunden (B2C). Mit unseren APIs können Kundinnen und Kunden ihre Web3-Produkte als White Label starten. Zudem bieten wir No-Code-Bausteine wie unsere Zahlungsabwicklung an. Sie ist ähnlich wie PayPal, aber für den Kauf von NFTs durch den Endkunden gedacht. Es ist uns ein grosses Anliegen, alles auch den Menschen zugänglich zu machen, die noch nie mit einer Blockchain gearbeitet haben und keine Kryptowährungen besitzen. Das Onboarding soll möglichst reibungslos verlaufen.  

Wer sind Ihre Kunden?  

Patrick: Jeder, der etwas auf der Blockchain bauen will, kann Kunde werden. Wir sehen viele Leute aus der Kunstszene, aber auch Start-ups und Grossunternehmen, die Interesse daran haben, die Blockchain- oder NFT-Technologie zur Weiterentwicklung ihrer Produkte zu nutzen. So lancierte beispielsweise unser Partner book.io E-Books als NFTs. Mit unserer Infrastruktur können sie täglich Tausende NFTs erstellen und verkaufen, ihre E-Books auf dem Sekundärmarkt handeln und die Autorinnen und Autoren können mit jedem Trade Geld verdienen. Das ist in puncto Benutzerfreundlichkeit sehr interessant. NFTs sind komplett dezentral und jeder besitzt sein Produkt wirklich.   

Warum haben Sie sich für die Cardano-Blockchain als Plattform für Ihr Unternehmen entschieden?  

Patrick: Ich habe für meine Bachelorarbeit verschiedene Blockchains analysiert und war immer von Cardano fasziniert. Es hat eine erstaunliche Technologie, ist umweltfreundlich und skalierbar. Wir pflegen eine enge Beziehung zur Cardano Foundation, einer der Gründungsgesellschaften hinter Cardano, die allesamt in der Schweiz ansässig sind. Wir sprechen oft und arbeiten eng mit ihnen zusammen, um grössere Unternehmen in das Cardano-Ökosystem einzubinden.   

Was war eine Herausforderung für Sie als Start-up im Bereich Blockchain?   

Kristian: Eine der grössten Herausforderungen für uns als Blockchain-Start-up war die Eröffnung eines Bankkontos. Während dies für Start-ups aus anderen Bereichen vollkommen unkompliziert ist, sind viele Banken sehr risikoscheu, wenn es um Blockchains und NFTs geht. In der Schweiz zu sein, war für uns ein grosser Vorteil, da einige Banken hier bereits Erfahrungen mit Blockchain-Unternehmen haben.  

Apropos Schweiz – warum haben Sie sich hier niedergelassen?   

Kristian: Was Blockchain-Start-ups betrifft, haben wir festgestellt, dass die Vorschriften für Start-ups in der Schweiz viel freundlicher sind als in vielen anderen Ländern. Die Schweiz verfügt zudem über ein unglaubliches Ökosystem für Blockchain- und Krypto-Ventures. Wir haben uns mit zahlreichen anderen Start-ups, Angel Investors und brillanten Köpfen im Blockchain-Bereich vernetzt, was uns unschätzbar geholfen hat, uns hier zu etablieren. Als Start-up sind schnelle Entscheidungen von zentraler Bedeutung, und die Infrastruktur in der Schweiz ermöglicht uns genau das.  

Welche Rolle hat S-GE beim Aufbau Ihres Geschäfts in der Schweiz gespielt?  

Patrick: Wir hatten sehr interessante Gespräche mit S-GE und erhielten viele Anregungen und Unterstützung. Wir schauen uns auch Schwellenländer an, in die wir expandieren wollen. Das ist für uns extrem schwierig, weil wir dort noch kein Netzwerk haben. Wir sind auf Führung und Hilfe angewiesen und hier kommt S-GE ins Spiel.   

Wie würden Sie das Blockchain-Ökosystem in der Schweiz beschreiben?  

Patrick: Es ist äusserst lebendig. Die Schweiz ist ein Land mit einer grossen Anzahl an Start-ups in einem verhältnismässig kleinen geografischen Gebiet. Hier gibt es einen grossen Pool an Talenten und es finden viele Branchenveranstaltungen statt. Die Schweiz fühlt sich für mich wie das Herz der Krypto-Welt an. Sie ist ein grossartiger Ort für alle, die ein Start-up starten wollen.   

In der Schweiz zu sein, war für uns ein grosser Vorteil, da einige Banken hier bereits Erfahrungen mit Blockchain-Unternehmen haben. - Kristian Portz

Wie sehen Sie die Zukunft des NFT-Marktes?  

Patrick: Die Zukunft des NFT-Marktes besteht darin, die reale Welt mit der Blockchain-Technologie zu verbinden und echte Probleme zu lösen.   

Wenn ein Blockchain-Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Geschäftsstandort ist, was würden Sie demjenigen raten?  

Patrick: Wählen Sie mit sorgfältig, wo Sie hinwollen. Es gibt viele Möglichkeiten, aber mein Rat wäre, sich die Anforderungen Ihres Blockchain-Unternehmens genau anzuschauen. Man gerät leicht in Versuchung, sich in einer Steueroase niederzulassen, aber das ist nicht unbedingt die beste Lösung. Fragen Sie sich: Unterstützt die Infrastruktur in diesem Land mein Geschäft? Die Schweiz ist ein sehr sinnvoller Standort mit einem grossen Ökosystem – nicht nur im NFT- und Krypto-Bereich, sondern auch in anderen Branchen, die sich in die Blockchain einbinden lassen. Sie ist eines der reichsten und erfolgreichsten Länder der Welt, und ich glaube, dass dies für jedes Start-up sehr hilfreich ist.   

Gemeinsam mit dem preisgekrönten Creative Designer Christian Etter haben Sie das NFT-Kunstwerk Etter Edition 01 entwickelt. Können Sie uns mehr darüber erzählen?   

Patrick: Die Cardano Foundation stellte uns dieses Projekt vor. Sie standen in Kontakt mit Alexander Brunner, dem Präsidenten von Home of Blockchain. Er kannte diesen erstaunlichen Künstler, Christian Etter, der plante, physische Kunstwerke zu machen, die sich im Laufe der Zeit verändern. Die Idee war, sie als NFTs mit der Blockchain zu verbinden. Wenn sie geprägt werden, entsteht ein einzelner Samen, der den Algorithmus in den Mikroprozessoren jedes Kunstwerks startet. Es ist eine unglaublich interessante Sichtweise auf die Kunst, und wir waren sofort dabei. Wir haben Christian Etter beim Aufbau der Website unterstützt, sie aufgeschaltet und alle Blockchain-Teile mit den NFTs verbunden und verkauft. Schnell war klar, dass die Zielgruppe nicht unsere übliche Zielgruppe in der Krypto-Szene war. Das Projekt sprach eher die Kunstsammler an, also konzentrierten wir uns auf die Integration von Kreditkartenzahlungen, um es Menschen, die noch nie mit Krypto gearbeitet haben, so einfach wie möglich zu machen, eines dieser Kunstwerke zu kaufen.   

Was sind Ihre nächsten Wachstumspläne?  

Patrick: Im Moment konzentrieren wir uns auf den Ausbau unserer Tokenization-Marke finest.investments mit dem Ziel, sie so benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten. Unser Ziel ist es, dass jeder so nahtlos mit der Blockchain interagieren kann, dass er gar nicht merkt, dass er sie nutzt. Wir wollen die Eintrittshürden für neue Nutzer so weit senken, dass sogar mein Grossvater die Blockchain-Technologie mühelos nutzen könnte.  

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