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Merck: „Die Schweiz bietet attraktive und stabile Rahmenbedingungen für internationale Unternehmen.“

4. Nov. 2025

Das führende Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck ist seit fast einem Jahrhundert in der Schweiz tätig. Heute verfügt es über acht Standorte, darunter fünf Produktionsstätten. In den letzten zwei Jahren hat das Unternehmen weitere 418 Millionen Euro in neue Produktionskapazitäten investiert. Christiane von der Eltz, General Manager und Managing Director bei der Merck Switzerland AG, erklärt, warum Merck die Schweiz als starken, strategischen und immer attraktiver werdenden Standort für Biotechunternehmen sieht.

Wie kamen die acht Standorte von Merck in der Schweiz zustande und worin liegt der aktuelle Fokus der Tätigkeiten? 

Wir sind seit 1929 hier vertreten, und die Anzahl der Standorte spiegelt das wachsende Geschäft wider, insbesondere in den Bereichen Healthcare und Life Sciences. 

Heute betreiben wir fünf Produktionsstätten, die hochwertige, spezialisierte Produkte für einen weltweiten Markt herstellen. Die Standorte in Aubonne und Corsier-sur-Vevey sind die wichtigsten Drehkreuze für die Herstellung von Biotechmedikamenten und spielen eine wichtige Rolle für das Wachstum unseres Healthcare-Geschäfts und die weltweite Markteinführung neuer Medikamente. In der Schweiz befinden sich auch das Merck Global Health Institute und die Organisation Connected Health & Devices mit Sitz in Eysins. 

Unser Healthcare-Geschäft in Zug ist auf die Bedürfnisse des Schweizer Marktes ausgerichtet. Unsere Standorte in Buchs, Schaffhausen und Altdorf bilden einen wichtigen Hub für die Entwicklung und Herstellung von analytischen Standards, zertifizierten Referenzmaterialien und wichtigen Pharmarohstoffen. Dort befinden sich auch unsere kundenspezifischen pharmazeutischen Zwischenprodukte, pharmazeutischen Wirkstoffe und Wirkstoffträger. 

Gibt es weitere Expansionspläne? 

In den letzten zwei Jahren haben wir in der Schweiz bedeutende Investitionen getätigt. Im März 2019 kündigten wir den Ausbau unserer Biotechproduktionsstätte in Aubonne mit einer Investitionen von 150 Millionen Euro an. Im Januar 2020 folgten 250 Millionen Euro für ein neues Biotechentwicklungszentrum in Corsier-sur-Vevey. Und im Juli 2020 kündigten wir eine weitere Investition von 18 Millionen Euro in eine neue Laboreinrichtung in Buchs an, um unser schnell wachsendes Geschäft mit Referenzmaterialien auszubauen. 

Neben diesen transformativen Investitionen sind wir weiterhin bestrebt, in unsere Schweizer und weltweiten Produktionsstandorte zu investieren, um modernste Industriestandards aufrechtzuerhalten. 

Inwiefern arbeiten die Schweizer Einheiten von Merck am neuen Herstellungsansatz für die Produktion lebensrettender Biologika? 

Das Merck Biotech Development Center, das sich derzeit in Corsier-sur-Vevey im Bau befindet, soll zum globalen Kompetenzzentrum von Merck für die Entwicklung und Produktion von Biotech für klinische Studien werden. Ziel ist es, eine nachhaltig gesicherte Kapazität und hohe Agilität zu erreichen, um die Materialien für klinische Studien kostengünstig bereitzustellen. Das neue Kompetenzzentrum wird dazu beitragen, die Entwicklungszeiten für neue biologische Wirkstoffe zu verkürzen und mit der immer komplexer werdenden Produktion von Biotechwirkstoffen der nächsten Generation fertig zu werden. 

Das Zentrum wird mit modernsten digitalen Lösungen ausgestattet und den höchsten technologischen Standards entsprechen, einschließlich kontinuierlicher Fertigungs- und Laborautomatisierung. Es wird eine agile Infrastruktur bieten, die sich problemlos an neue Bedürfnisse und technologische Entwicklungen anpassen lässt, sowie offene und inspirierende Arbeitsbereiche, die Zusammenarbeit, Kreativität und Innovation fördern. 

Die Investition ist eng mit dem Wachstum und der Weiterentwicklung der Healthcare-Pipeline von Merck und deren Zukunftspotenzial verbunden. Sie steht sinnbildlich für das Commitment von Merck, die Verfügbarkeit neuer Medikamente für bedürftige Patientinnen und Patienten zu beschleunigen. 

Aufstrebende Technologien wie Künstliche Intelligenz und Blockchain spielen bei der Innovation im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle. Wie sehen die aktuellen Projekte von Merck auf diesem Gebiet aus? 

Im Gesundheitswesen ist die Digitalisierung eine Chance, die Versorgung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Dies gilt für die gesamte Wertschöpfungskette – von Forschung & Entwicklung über Herstellung und Lieferung bis hin zur Vermarktung. 

In der Biotechproduktion nutzen wir Data Science, um die Prozessentwicklung unserer biotechnologischen Medikamente zu verbessern. So kann beispielsweise Machine Learning eingesetzt werden, um die Auswahl der effizientesten Zellklone für die Herstellung zu optimieren. 

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von multivarianter Echtzeitanalyse in der Biotechproduktion. Die Anwendung auf die Produktion in Bioreaktoren zeigt, wie Big Data und Machine Learning zu signifikanten Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen führen können. 

Welche großen Herausforderungen und Chancen sieht Merck im Gesundheitswesen im Allgemeinen und in der Biotechbranche im Besonderen und wie wollen Sie diese angehen? 

Die Sicherstellung einer einwandfreien Versorgung mit aktuellen Medikamenten und eine schnellere Bereitstellung neuer Medikamente für bedürftige Patientinnen und Patienten sind zwei zentrale Herausforderungen im Gesundheitswesen. Dementsprechend bilden sie die Treiber unserer beiden großen laufenden Investitionen in der Genferseeregion: die Erweiterung unserer Biotechproduktionsstätte in Aubonne und der Bau eines neuen Biotechentwicklungszentrums in Corsier-sur-Vevey. 

Die moderne Infrastruktur, die hohe Lebensqualität und der Zugang zu gut ausgebildeten Fachkräften tragen zu den äußerst positiven Rahmenbedingungen für eine starke und zukunftsfähige Biotechbranche in der Schweiz bei. Und es ist wichtig, dass wir uns darauf verlassen können, dass diese Rahmenbedingungen längerfristig erhalten bleiben. 

Wie würden Sie den Biotechstandort Schweiz beschreiben? 

Die Schweiz bietet attraktive und stabile Rahmenbedingungen für internationale Unternehmen und ist einer der besten und innovativsten Standorte für Biotechnologie in Europa. Sie hält eine einzigartige politische und wirtschaftliche Stellung inne, die für Biotechunternehmen von Vorteil sein kann und gleichzeitig eine starke Anbindung an die globalen Märkte gewährleistet. Die moderne Infrastruktur, die hohe Lebensqualität und der Zugang zu gut ausgebildeten Fachkräften tragen zu den äußerst positiven Rahmenbedingungen für eine starke und zukunftsfähige Biotechbranche in der Schweiz bei. Und es ist wichtig, dass wir uns darauf verlassen können, dass diese Rahmenbedingungen längerfristig erhalten bleiben. 

Wie würden Sie den Standort Schweiz für Merck in vier Worten beschreiben? 

Stark, wachsend, strategisch und innovativ. 

(Dieser Artikel erschien zuerst auf swissbiotech.org

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