4. Nov. 2025

Zama wollte beweisen, dass digitale Innovation ohne Einbußen beim Datenschutz voranschreiten kann. Durch die Entwicklung praktischer voll homomorpher Verschlüsselung (FHE) definiert das Unternehmen neu, wie sensible Daten sicher in KI und Blockchain genutzt werden können, und ermöglicht sowohl Innovation als auch Vertraulichkeit ohne Kompromisse. In diesem Interview teilt Zamas COO Jeremy Bradley Einblicke in den Weg des Unternehmens zum ersten FHE-Einhorn, seine Expansion in die Schweiz, unterstützt durch den Swiss Business Hub France, und die Zukunft der datenschutzwahrenden Technologien.
Jeremy Bradley: Zama wurde mit der Überzeugung gegründet, dass Privatsphäre in der digitalen Welt die Regel und nicht die Ausnahme sein sollte. Das zentrale Problem, das wir sahen, war, dass Daten zwar für künstliche Intelligenz und Blockchain-Anwendungen zunehmend wertvoll sind, sie jedoch fast immer ungeschützt genutzt werden. Wir wollten das ändern, indem wir privatsphäreerhaltende Berechnungen praktikabel und zugänglich machen – damit Organisationen und Einzelpersonen das volle Potenzial ihrer Daten ausschöpfen können, ohne die Vertraulichkeit oder das Vertrauen zu gefährden.
FHE ist eine bahnbrechende Technologie, die es ermöglicht, Berechnungen direkt auf verschlüsselten Daten durchzuführen, ohne sie jemals zu entschlüsseln. Das bedeutet, dass man KI-Modelle ausführen oder Blockchain-Transaktionen verarbeiten kann, ohne jemals sensible Informationen preiszugeben. Es ist revolutionär, weil es den Kompromiss zwischen Nutzen und Privatsphäre eliminiert. Für KI ermöglicht es das Training und die Inferenz auf privaten Datensätzen. Für die Blockchain erlaubt es wirklich private Smart Contracts – bei denen der Code transparent läuft, aber die zugrundeliegenden Daten vertraulich bleiben.
Den Einhorn-Status zu erreichen, war das Ergebnis mehrerer wichtiger Meilensteine:
Die Schweiz – und Zug im Besonderen – ist zu einem globalen Zentrum für Blockchain-Innovation und privatsphärefördernde Technologien geworden. Das Crypto Valley-Ökosystem bietet sowohl regulatorische Klarheit als auch einen tiefen Talentpool. Für uns war Zug eine natürliche Wahl: Es passt zu unserer Mission, bietet Nähe zu führenden Blockchain-Unternehmen und verschafft uns das richtige Umfeld, um global zu expandieren.
Die Schweiz bietet eine einzigartige Kombination aus regulatorischem Pragmatismus und zukunftsorientierten Innovationspolitiken. Regulierer hier verstehen Blockchain und Kryptographie und arbeiten eng mit der Industrie zusammen, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die verantwortungsvolle Innovationen fördern. Auf der Innovationsseite hat die Dichte der Unternehmen und Forscher in Zug es uns ermöglicht, schneller Kooperationen aufzubauen, neue Anwendungen zu testen und in eine Gemeinschaft einzutauchen, die bereits die Sprache der Privatsphäre und Sicherheit beherrscht.
Wir stellen uns vor, dass die Schweizer Einheit ein Grundstein für unsere Ökosystementwicklung wird. Sie wird sich auf Folgendes konzentrieren:
Kurz gesagt, die Schweiz wird unsere Brücke zwischen Spitzentechnologie und realer Anwendung in Europa und darüber hinaus sein.
Das Zama Confidential Blockchain Protocol ermöglicht vertrauliche Smart Contracts auf beliebigen L1 oder L2 mit FHE und geht im vierten Quartal auf Mainnet – wir werden die ersten Produktionseinführungen von vertraulichen Smart Contracts sehen, die von FHE unterstützt werden und dezentralisierte Finanzen, Gaming und Identitätsanwendungen freischalten, die Vertraulichkeit bewahren.
Die Schweiz bietet ein außergewöhnliches Umfeld für Deeptech, aber der Erfolg hängt von drei Dingen ab:
Jeremy Bradley, COO bei Zama
Jeremy leitet die täglichen Abläufe bei Zama. Er ist ein funktionsübergreifender und hoch taktischer Führungspersönlichkeit, die mit einer Vielzahl von Organisationen zusammengearbeitet hat, um Strategien zu gestalten, Kommunikation und Partnerschaften zu fördern und Richtlinien und Prozesse zu leiten. Jeremys Bildungs- und beruflicher Hintergrund ist multidisziplinär. Abgesehen von seiner Tätigkeit in den gemeinnützigen, Bildungs- und Unternehmenssektoren ist Jeremy Autor von zwei Romanen (Finalist des Wishing Shelf Book Award 2019 und Gewinner des Wishing Shelf Book Award 2021). Im Jahr 2020 wurde er von der IAOTP zum Schriftsteller des Jahres ernannt und 2022 in die Liste der 40 Unter 40 der Business Elite aufgenommen.