Anthropic hat eine Niederlassung in Zürich gegründet. Das auf KI-Sicherheit und -Forschung fokussierte Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco wird in einem Artikel des Technologie- und Start-up-Mediums „TechCrunch“ als grösster Konkurrent von ChatGPT-Erfinder OpenAI in den USA bezeichnet. Dort wurde im Mai letzten Jahres auch die geplante Expansion von Anthropic nach Europa angekündigt. Gleichzeitig hatte Anthropic bekanntgegeben, dass sein KI-Assistent Claude für Arbeits- und Unternehmensanwendungen nun auch in Europa in mehreren Sprachen verfügbar sei.
Die Einführung in Europa folgte auf die Ausweitung von Anthropics Schnittstelle (API) auf Europa, damit Entwicklerinnen und Entwickler seine Modelle nutzen und integrieren können. Beides, so „TechCrunch“, sei Teil eines grösseren Vorstosses des Start-ups, um sein Wachstum zu beschleunigen. So hat das Unternehmen etwa am 14. Februar 2025 mitgeteilt, dass es mit der britischen Regierung einen Vertrag geschlossen habe, um zu untersuchen, wie KI öffentliche Dienstleistungen transformieren kann.
Anthropic hatte bis vor einem Jahr fast 8 Milliarden Dollar an Investitionen eingesammelt, bei einer Unternehmensbewertung von 18,4 Milliarden Dollar. Zu den rund 60 Investoren gehören unter anderem Amazon, Google, Salesforce, SAP und Zoom. „Als globales Zentrum für KI-Forschung ist Zürich ein idealer Standort für Anthropic, um seine europäische Präsenz auszubauen“, begründet der wissenschaftliche Leiter Jared Kaplan in einer Mitteilung der Standortförderung Greater Zurich Area die Entscheidung für Zürich.
Neil Houlsby soll das Team vor Ort aufbauen. Houlsby kommt von Google DeepMind. Er ist auf neuronale Architekturen, Computer Vision und grosse Sprachmodelle (LLM) spezialisiert. „In Zürich werden wir an der LLM-Schulung arbeiten und uns dabei auf die Entwicklung multimodaler Fähigkeiten für Claude konzentrieren“, schreibt er in einem Beitrag auf LinkedIn.