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Andreas Staubli: «Reife Märkte sind in unsicheren Zeiten wie heute zentral»

Die hochentwickelten und gesättigten Märkte Deutschland, USA, Frankreich und Italien sind für die Schweizer Unternehmen die wichtigsten Exportdestinationen. Und sie werden auch weiterhin eine zentrale Rolle in der Exportstrategie der Schweizer Firmen einnehmen, davon ist Andreas Staubli, CEO von PwC Schweiz überzeugt. Vor allem in Zeiten von Handelskonflikten und protektionistischen Massnahmen.

Andreas Staubli CEO PwC Schweiz
Andreas Staubli CEO PwC Schweiz

Reife Märkte haben sich etabliert und sind schon seit Jahren ein Erfolgsfaktor der Schweizer Exportwirtschaft. «Sie ermöglichen den Schweizer Unternehmen eine verlässlichere Planung, als aufstrebende Länder», so Andreas Staubli, CEO von PwC Schweiz. «Einerseits kennen die Firmen die Märkte bereits sehr gut, andererseits haben sie oft schon bewährte Partner vor Ort, auf welche sie zurückgreifen können.» Er spricht aus eigener Erfahrung. Auch PwC als international tätiges Unternehmen weiss um die Bedeutung entwickelter Märkte: «PwC hat in den reifen Märkten nach wie vor ein sehr grosses Wachstum. In den meisten Fällen ist es sogar noch grösser, als in den aufstrebenden Märkten.» Ein Grund dafür ist laut Andreas Staubli das gute Wirtschaftswachstum. Beispielsweise in den USA sei die Wirtschaft gut unterwegs, was die Nachfragen der PwC-Dienstleistungen erhöhe.

Die heutigen reifen Märkte werden ihre Wichtigkeit behalten und es werden neue Märkte wie Malaysia, Indonesien oder Vietnam dazukommen.

Protektionismus löst Unsicherheiten aus

Reife Märkte sind für Andreas Staubli nicht nur aus Sicht des Wirtschaftswachstums attraktiv, sondern sie geben auch in unsicheren Zeiten von Protektionismus und möglichen Handelskonflikten ein Rückgrat. «Protektionistische Massnahmen sind gefährlich», ist der CEO von PwC Schweiz überzeugt und nimmt das Beispiel des Brexit: «Der Ausstieg Grossbritanniens aus der EU kann die Wirtschaft schwächen und das wird auch für die Schweiz zum Nachteil werden». Dass Handelskonflikte und protektionistische Massnahmen Unsicherheiten auslösen, unterstreicht auch eine aktuelle Umfrage von PwC bei über 1'300 CEOs weltweit. Nur noch 42 Prozent der befragten CEOs glauben an ein Wirtschaftswachstum im Jahr 2019. Zum Vergleich, im letzten Jahr waren noch 57 Prozent optimistisch gestimmt. Noch kritischer sind die Stimmen in der Schweiz. Von den befragten CEOs in der Schweiz rechnen nur gerade 27 Prozent mit einem Wachstum. Zurückzuführen ist diese verhaltene Stimmung rund um den Globus gemäss der Studie auf zu hohe Regulierungen, politische Unsicherheiten oder Handelskonflikte. «Umso bedeutender ist es, dass die Schweiz mit den wichtigsten Märkten gute Handelsbeziehungen pflegt und den Zugang sichert. Eine Möglichkeit sind neue Freihandelsabkommen. Ich denke da beispielsweise an ein Abkommen mit den USA. Die Güterexporte in die USA haben über die letzten Jahre stark zugenommen.»

Reife Märkte bleiben wichtige Handelspartner der Schweiz

Ein Abkommen mit den USA sieht Andreas Staubli als Wirtschaftstreiber für die Zukunft. Er ist davon überzeugt, dass die USA und andere Industriestaaten auch künftig zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz gehören. «Die heutigen reifen Märkte werden ihre Wichtigkeit behalten und es werden neue Märkte wie Malaysia, Indonesien oder Vietnam dazukommen.»

Der Export in gesättigte Märkte mit starkem Konkurrenzkampf will jedoch gelernt sein. «Damit Unternehmen erfolgreich in reife Märkte exportieren können, müssen sie diese Märkte verstehen», sagt Andreas Staubli und appelliert an eine gute Vorbereitung. Er rät den Exporteuren, mit den richtigen strategischen Partnern zusammenarbeiten, den Markteintritt gut zu planen und sich mit den Marketing-Charakteristiken der jeweiligen Länder auseinanderzusetzen. «Die Digitalisierung bringt neue Möglichkeiten der Massenkommunikation mit sich, beispielsweise mit den verschiedenen Social-Media-Kanälen. Da diese aber in den einzelnen Ländern unterschiedlich verwendet werden, müssen sich Exporteure mit den Kanälen vertieft befassen und sie in der Vertriebsstrategie berücksichtigen.» Nur auf die neusten Entwicklungen und Trends zu setzen, ist für den gebürtigen Ostschweizer aber nicht allein ausschlaggebend für den Erfolg. «Es geht nach wie vor auch darum, die Traditionen, die Kultur sowie die Geschäftsgegebenheiten vor Ort zu verstehen. Dafür lohnt sich der Austausch mit Experten, die bereits Erfahrungen in den Zielmärkten gesammelt haben.»

Treffen Sie PwC am Aussenwirtschaftsforum

Möchten Sie weitere Tipps zum Export und Wachstum in entwickelten Märkten? Kommen Sie am 26. März 2019 nach Zürich ans Aussenwirtschaftsforum und tauschen Sie sich mit Länderspezialisten und teilnehmenden KMU aus. An der Breakout Session von PwC Schweiz erfahren Sie zudem mehr zum Thema «Wachstumstreiber für reife Märkte: Strategische Kollaborationen und Akquisitionen.» Experten zeigen auf, wie auch kleinere Unternehmen mit digitalen Giganten kooperieren können, wie Sie Ihr Geschäftsmodell durch Akquisitionen verändern und sich in strategisch relevanten Nischen neu positionieren können.

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