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Wie können Schweizer KMU erfolgreich in das Vereinigte Königreich exportieren?

Reife Märkte bilden mittlerweile den grössten Anteil an Schweizer Exporten. Sie bieten genauso viele Wachstumsmöglichkeiten wie Schwellenländer. Bevor man aber in einen reifen Markt einzutreten versucht, ist es wichtig, die lokale Wirtschaftslage und die örtlichen Kundenbedürfnisse und -erwartungen zu verstehen. Damit lässt sich das richtige Geschäftsmodell gestalten.

London als ein Wirtschaftszentrum im Vereinigten Königreich
London als ein Wirtschaftszentrum im Vereinigten Königreich

Das Vereinigte Königreich ist ein stark gesättigter Markt mit anspruchsvollen Verbrauchern und starkem Wettbewerbsdruck. Es herrscht grosser Appetit auf Innovationen, daher werden neue Technologien und Dienstleistungen rasch eingeführt. Als das weltweit führende Land für Innovation hat die Schweiz einen klaren Vorteil, wenn es darum geht, diese Nachfrage zu decken.

Das Vereinigte Königreich ist ein Markt, in dem Schweizer Unternehmen ihre Innovationen erfahrungsgemäss gut testen können. Die Lust, neue Lösungen zu testen, ist gross. Dies erfolgt entweder über konventionelle Pilotprojekte oder mit der Unterstützung von Gründerzentren, Start-up-Beschleunigern oder offenen Innovationsprogrammen. Nachdem der wirtschaftliche Wert oder ROI (Return on Investment, dt. Kapitalrendite) mithilfe dieser Pilotprojekte objektiviert wurde, haben Schweizer KMU eine solide Basis, um weitere Mittel zu beschaffen oder andere internationale Märkte zu erobern.

Stichwort Digitalisierung

Ein Stichwort in Bezug auf diese schnelle Entwicklung und den Wunsch nach kontinuierlicher Verbesserung lautet Digitalisierung. Die Briten sind an agile B2B- und B2C-Geschäftsmodelle gewöhnt und immer auf der Suche nach neuen digitalen Lösungen. Das eröffnet Schweizer Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten in Bereichen wie E-Commerce, Fintech, Insurtech, digitale Gesundheit und Internet der Dinge (IoT).

Rund um die grossen Trends der industriellen Nutzung des IoT und der Digitalisierung entstehen für den Export neue Geschäftsmöglichkeiten. Mit sorgfältiger Vorbereitung und beständiger Schweizer Qualität können KMU weiter von der soliden wirtschaftlichen Performance des britischen Markts profitieren.

Wo liegen im Verienigten Königreich die Herausforderungen  für Schweizer KMU?

  • Entschlüsseln der Geschäftskultur:  In Bezug auf Formalitäten mit Geschäftspartnern kann es schwierig sein, die britische Arbeitskultur zu entschlüsseln. Mehr erfahren Sie in unserem Factsheet «Geschäftlich unterwegs im Vereinigten Königreich: Worauf Sie achten sollten». 
  • Anpassen des Geschäftsmodells an die nationale «Real-Time»-Geisteshaltung: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Exporteure über die Allgegenwart ihrer Produkte nachdenken und auch überlegen, wie sie ihre Dienste in Echtzeit anbieten können.
  • Personalisierung Ihrer Produkt- und Kommunikationsstrategie: Unternehmen benötigen das richtige Geschäftsmodell, um den hohen Anforderungen ihrer Kunden entsprechen zu können, aber auch, um die Individualität ihrer Kunden zu berücksichtigen. Für Unternehmen im Vereinigten Königreich ist Personalisierung der Schlüssel zum Erfolg und es ist von wesentlicher Bedeutung, Ressourcen in eine massgeschneiderte Marketingstrategie zu investieren.  
  • Die richtigen Geschäftspartner finden: Das Verienigte Königreich ist ein Land von Freiberuflern und einzelnen Beratern. Da das Unterstützungsangebot sehr fragmentiert ist, kann es schwierig sein, die richtigen Partner zu identifizieren. Mit Switzerland Global Enterprise finden Sie den passenden Geschäftspartner.
  • Ein Bewusstsein für soziale Medien: Social Media ist für B2B- und B2C-Geschäftsmodelle im Vereinigten Königreich von wesentlicher Bedeutung. Exporteure benötigen Investitionen und Fähigkeiten, um wirkungsvolle Kampagnen aufzubauen.

Wie können Schweizer KMU in reifen Märkten im Vereingten Königreich Fuss fassen?

  1. Verstehen Sie die Wertschöpfungsketten Ihrer Kunden: Führen Sie eine gründliche Analyse der regulatorischen Entwicklungen im Vereinigten Königreich durch und lernen Sie aus den Medienberichten über den Brexit. Es ist wichtig zu bewerten, wie die heimische und die internationale Wertschöpfungskette des Vereinigten Königreichs genau beeinflusst werden.  
  2. Kennen Sie Ihre Kunden: Guter Kundenservice ist für den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit eines jeden Unternehmens im Vereinigten Königreich entscheidend. Sie müssen Produkt, Belege und ausgezeichneten Kundenservice verbinden, um die Kunden schliesslich von sich zu überzeugen und Vertrauen aufzubauen.
  3. Denken Sie digital: Verfolgen Sie, wie digitales Marketing das Vereinigte Königreich verändert. Nutzen Sie neue digitale Lösungen und die Integration in Ihr Geschäftsmodell wird Ihre Produktivität steigern. 
  4.  Passen Sie Ihr Geschäftsmodell an: Der britische Markt verändert sich rasch, eine Überprüfung und Anpassung Ihres Geschäftsmodells an sich verändernde Marktbedingungen ist daher für das Überleben Ihres Unternehmens unbedingt notwendig. Das macht häufig erforderlich, dass Exporteure ihr Geschäftsmodell von der reinen Zulieferung hin zu langfristiger Unterstützung und dem Anbieten von Partnerschaften mit Kunden im Vereinigten Königreich oder Irland verändern.
  5. Swiss-Made ist nicht genug: Obwohl die Schweiz sehr stark im Ruf steht, wertige und innovative Produkte hervorzubringen, wird in einem wettbewerbsorientierten Umfeld wie im Vereinigten Königreich Schweizer Qualität nicht genügen, um ein Unternehmen nachhaltig zu sichern. Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung benötigt vor allem ein klares Alleinstellungsmerkmal, um Erfolg zu haben. Es wird Ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern, Zeit und Recherche in Ihre Kernidentität zu investieren. Sie sollten die Schmerzpunkte Ihrer Kunden sehr genau kennen und auf dieser Grundlage Ihr Alleinstellungsmerkmal herausarbeiten. Dies muss dann so genau und prägnant wie möglich formuliert werden. 
  6. Nutzen Sie nichtkonventionelle Kanäle zur Akquise: Unterschätzen Sie die nichtkonventionellen Kanäle für die Akquise nicht. Konzentrieren Sie sich auf die Multiplikatoren und Anwender sowie auch auf die Endkunden. Networking-Veranstaltungen und Treffen bieten grossartige Gelegenheiten, um mit potenziellen Kunden und Geschäftspartnern ins Gespräch zu kommen. 

Erfolgsgeschichte: BComp

BComp wurde 2011 gegründet und stellt Verbundwerkstoffe aus Flachs her, einem lokal nachwachsenden und recycelbaren Rohstoff mit extremer Festigkeit. Gegenwärtig konzentriert sich das Unternehmen auf den Verkauf seiner Produkte an die Automobilindustrie, die sich gezwungen sieht, das Gewicht von Personenkraftwagen zu verringern. BComp bietet eine Lösung für dieses Problem, indem die Türinnenverkleidungen aus Naturfaser-Verbundwerkstoffen hergestellt werden. Die Verwendung von Naturfasern bietet grosse Vorteile: ausgezeichnete mechanische Eigenschaften, weniger Materialverbrauch, geringeres Gesamtgewicht und niedrigere Kosten.

BComp kam 2018 auf Erkundungsmission in das Vereinigte Königreich und konnte sich nicht nur lokale Geschäftskontakte sichern, sondern gewann auch zwei Auszeichnungen. Die direkte Annäherung an das Motorsports Valley ermöglichte es BComp, eine Verbindung zu den grossen Marktteilnehmern aufzubauen, Mittelsmänner zu umgehen und den Markt erfolgreich zu erobern. Das Unternehmen konnte sein Alleinstellungsmerkmal maximieren und bringt dem britischen Markt einen Mehrwert.

Hier erfahren Sie mehr über die Erfolgsgeschichte von BComp.

Interessieren Sie sich für das Vereinigte Königreich?

Kontaktieren Sie Nadja Kolb, unsere Beraterin für das Vereinigte Königreich und Irland. Wir besprechen Ihr Exportprojekt mit Ihnen, bieten Marktanalysen und unterstützen Sie dabei, den richtigen Geschäftspartner zu finden.

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