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Industrie 4.0: Neue Entwicklungsstufe imExportbusiness

Eine weitere industrielle Revolution kündigt sich an, die vierte in der Wirtschaftsgeschichte: Industrie 4.0. Ein Quantensprung, heisst es. Auch für die Schweizer Exportindustrie?

Industrie 4.0: Neue Entwicklungsstufe imExportbusiness

Ja, lautet die Antwort. Schweizer Exportunternehmen können von Industrie 4.0 profitieren. Und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Man darf sogar behaupten, Industrie 4.0 richtet sich wie keine zweite systemische Neuerung an den Bedürfnissen international tätiger Unternehmen aus.

Doch der Reihe nach.

Industrie 4.0 ist im Wesentlichen nichts anderes als: die pragmatische, praxisorientierte und effiziente Nutzung aktueller (und künftiger) Optionen, die sich der Wirtschaft (und hier vor allem der produzierenden Industrie, aber nicht nur) dank neuer vornehmlich digitaler Technologien eröffnen.

Dabei geht es in erster Linie darum:

  • die Produktivität in allen Arbeitsprozesse über den ganzen Lebenszyklus eines Produkts oder auch einer Dienstleistung stetig zu verbessern
  • die Wege allenthalben kurz zu halten (von der Idee zu einem Produkt bis zu dessen Verkauf und allenfalls Unterhalt)
  • noch enger an den Bedürfnissen des Kunden zu planen und zu handeln
  • komplexe administrative Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Kurzum, die Wertschöpfungsflüsse- und ketten (auch grenzüberschreitend) zu optimieren und damit Zeit und Ressourcen zu gewinnen zum Beispiel für neue Ideen, Innovationen und Investitionen, die es – Stichwort verkürzte Innovationszyklen – alle drei im Umfeld von Industrie 4.0 mehr denn je braucht, um im internationalen Geschäft am Ball zu bleiben.

Switzerland Global Enterprise wird dem Thema Industrie 4.0 in diesem Jahr gebührend Aufmerksamkeit schenken. In erster Linie, um international orientierten KMU Hand zu bieten in der Nutzung und Umsetzung von Industrie 4.0 als zunehmend wichtiger Baustein im Rahmen eines jeden Internationalisierungs- oder Exportprojekts. Zum Beispiel wenn es um globale Wertschöpfungs- und Herstellernetzwerke oder neue länderübergreifende Geschäfts- und Kooperationsmodelle geht.

Auf der Website von Switzerland Global Enterprise ist ein Dossier mit aktuellen Informationen rund um die Industrie der Zukunft, wie Industrie 4.0 oft auch genannt wird, zu finden. In den export. news und auf unserer Website werden wir regelmässig über neue Aspekte, Verfahren, Trends und Entwicklungen im engeren und weiteren Zusammenhang mit Industrie 4.0 berichten. Und nicht zuletzt steht auch das diesjährige Aussenwirtschaftsforum ganz im Zeichen von Industrie 4.0. Wobei sich das Augenmerk auf deren Bedeutung für exportorientierte Schweizer KMU richtet. Wie man Industrie 4.0 am besten einsetzt (Anwendung in der Praxis), was es bringt (Nutzen in der Praxis, Erfahrungswerte), und wo es uns noch hinführen wird (Trends). Bei allen Herausforderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt die Erwartungen in die Industrie der Zukunft sind gross. Auch in der Schweiz.

Und das mit gutem Grund. Zumal die Schweizer Unternehmen beste Voraussetzungen haben, Industrie 4.0 nutz- und gewinnbringend zu implementieren und einzusetzen. Nehmen sie doch bereits heute in wesentlichen die Industrie 4.0 definierenden Kategorien eine Vorreiterrolle ein. So zum Beispiel sind 6% der Schweizer Arbeitnehmer in technologie- und wissensintensiven Sektoren beschäftigt. Das ist in Europa ein Topwert. Zudem weist kein anderes Land eine höhere Wertschöpfung in der industriellen Produktion aus. Und mit einem Blick auf die einschlägigen Rankings: kaum ein anderes Land verfügt über mehr Innovationkraft.

Industrie 4.0 bietet nun die Möglichkeit, auf dieser guten Positionierung auf- und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Exportindustrie kontinuierlich auszubauen. Auf den Lorbeeren ausruhen gilt nicht. Wer Industrie 4.0 verpasst oder nicht ernst nimmt, droht von der Konkurrenz überholt zu werden. In der Schweiz besteht diese Gefahr kaum. Unsere Wirtschaft und namentlich die Exportindustrie hat wiederholt bewiesen, dass sie es bestens versteht, aus neuen Herausforderungen und Möglichkeiten, welche die technologischen Entwicklungen der Gegenwart bieten, Kapital zu schlagen und genau das herauszufiltern/zu extrahieren/zu destillieren, was es in der spezifischen Anwendung braucht, um im globalen Business ganz vorne mitzutun.

Industrie 4.0 ist letzten Endes nicht mehr und nicht weniger der gebündelte und konzertierte Einsatz neuer Technologien zum Besseren der Wirtschaft und des Allgemeinwohls. So besehen also eigentlich nichts Neues. Nur dass das Neue hier in konzentrierter Form auftritt, was notabene über kurz oder lang Schweizer Unternehmen, die nicht nur Industrie 4.0 vorleben, sondern massgeblich auch an dessen Entwicklung beteiligt sind, zahlreiche neue Geschäftsmöglichkeiten bietet – als Ideengeber, als Innovatoren, als Produzenten, als Zulieferer wichtiger Komponenten oder Bauelemente für die Industrie der Zukunft.

Denn nicht nur in der Schweiz wollen die Unternehmen auf Level Industrie 4.0 kommen. Mit anderen Worten, weltweit wird aufgerüstet, weltweit braucht es neue Infrastrukturen zur Implementierung und Umsetzung von Industrie 4.0, Know-how, Technologien, Dienstleistungen. Nachgefragt notabene vor allem bei Unternehmen aus jenen Ländern, in denen Industrie 4.0 bereits weit fortgeschritten ist und Früchte trägt. Industrie 4.0 funktioniert damit in zwei Richtungen: nach innen zur Optimierung der eigenen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit und nach aussen als Impulsgeber für zusätzliches Wachstum in unterschiedlichsten Märkten/Sektoren, die allesamt auch neue Business-Potenziale eröffnen. Insbesondere für jene, die Industrie 4.0 bereits «verinnerlicht» haben.

Aussenwirtschaftsforum 2016 (21. April in Zürich)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier: Industrie 4.0

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