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Sensile Technologies: «Unser Exporterfolg basiert auf unserer kontinuierlichen Innovation»

Sensile Technologies gehört zu den Marktführern im Bereich Fernüberwachung von Tanks und Zählern für die Öl- und Gasindustrie. Interview mit dem Geschäftsführer Cédric Morel über die Geschäftsmodelle, den Export und die Digitalisierung der Wirtschaft.

Interview de Cédric Morel
Cédric Morel, CEO de Sensile Technologies: «On n'aurait pas connu la réussite sans des partenaires fiables sur lesquels nous avons pu compter pendant de nombreuses années»

Herr Morel, Ihre Telemetrie-Lösungen können die CO2-Emissionen erheblich reduzieren. Worin liegt das Geheimnis Ihres Erfolgs?

In unseren fortlaufenden Innovationsbemühungen mit einem ultimativen Ziel: Das perfekte Produkt zu den besten Kosten zu kreieren, aber auch darin, unsere internen Prozesse zu automatisieren (zu digitalisieren) und mit weniger mehr zu leisten. Die Belegschaft unseres Unternehmens besteht zu mehr als 50 % aus Ingenieuren; es ist einfach unsere Leidenschaft.

Wie würden Sie Ihr Geschäftsmodell in wenigen Worten beschreiben?

Unsere Lösungen bestehen aus Geräten, die auf dem zu verwaltenden Tank installiert sind, und einem Abonnement für unsere Cloud-Lösung, um die Daten zu nutzen. Wir verkaufen oder vermieten die Geräte an unsere Kunden, die entweder aus der Ölproduktion stammen oder Händler sind, und wir berechnen ein Abonnement pro Tank, der an unsere Cloud angeschlossen ist.

Haben Sie vor, dieses Geschäftsmodell weiterzuentwickeln?

Das Abonnement war vor 15 Jahren bahnbrechend. Heute ist es auf der Höhe der Zeit. Die Entwicklung wird sich in die Richtung verändern, dass die Kunden die Geräte aufgrund der niedrigeren Kosten nicht mehr kaufen müssen: Das Abonnement beinhaltet dann direkt auch die Vermietung der Geräte.

Sensile Technologies liefert weltweit. Zu Ihren Kunden gehören Schwergewichte aus der Gas- und Ölindustrie, die Ihre Geräte täglich einsetzen. Welche Rolle spielt der Export in Ihrer aktuellen Strategie und welche wird er morgen einnehmen?

Der Export ist entscheidend, da uns von Anfang an bewusst war, dass der Schweizer Markt für eine kritische Grösse zu klein ist. Heute generieren wir über 80 % unseres Umsatzes aus dem Export und ich gehe davon aus, dass es in der Zukunft über 95 % sein werden. Trotz der Bereitschaft einiger Länder, ihre Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen zu verringern, hat sich die Gesamtzahl der Tanks durch den Rückgang des Verbrauchs aufgrund einer besseren Isolierung von mit Öl-Heizungen ausgestatteten Häusern und einer stärkeren Leistung von Benzinmotoren nicht so sehr verändert. Es bleiben daher noch viele Tanks auszurüsten.

Was ist Ihre Exportstrategie? Und wie lautet die goldene Regel für ein Schweizer KMU, um international wettbewerbsfähig zu bleiben?

Es besteht immer ein Exportrisiko. An eine andere Kultur zu verkaufen, stellt eine Schwierigkeit für sich dar. Unsere goldene Regel lautet: Nicht mehr als eine Schwierigkeit auf einmal in Angriff nehmen. Wenn es darum geht, unsere aktuelle Lösung ohne jegliche Anpassung verkaufen zu wollen, können wir das in jedem Land tun. Wenn wir unser Produkt anpassen müssen, bedeutet das eine zusätzliche Schwierigkeit, die wir zuerst in nahe gelegenen Märkten validieren.

Die Schweiz wird in Innovationsrankings nach wie vor gut bewertet. Gibt es eine wirklich grosse Innovation, an der Sie arbeiten?

Ja, wir arbeiten insbesondere an der batteriebetriebenen Datenübertragung in explosiven Umgebungen, bei der es sich um eine Kombination von Fähigkeiten handelt, die auf der Welt selten zu finden und zunehmend gefragt sind, weil die Kunden sich sichere Geräte wünschen. Was technologische Durchbrüche angeht, ist das Internet of Things der aktuelle Hype. Heutzutage gibt es spezielle Stromnetze mit niedrigem Verbrauch, die so eingerichtet werden, dass Daten mit einer sehr geringen Datenmenge zu viel niedrigeren Energiekosten übertragen werden können. So können wir heute die Systemkosten reduzieren, um die Lebensdauer der Batterie zu erhöhen. In der Zukunft werden Einzelpersonen ihre Smartphones nutzen können, um sich den Kauf von Heizöl zu erleichtern.

Die Schweizer KMU beschäftigen sich viel mit der Industrie 4.0 und der Digitalisierung. Müssen die Schweizer KMU Ihrer Meinung nach ihr Geschäftsmodell anpassen? Und wenn ja, wie?

Ich stelle fest, dass es zwei Arten von Unternehmen gibt. Diejenigen, die im Export tätig sind, und diejenigen, die es nicht sind. Meiner Ansicht nach waren Exportfirmen gezwungen, ihre Prozesse zu optimieren, um trotz der Stärke des Schweizer Frankens in den letzten Jahren wettbewerbsfähig zu bleiben. Lösungen der Industrie 4.0 und der Digitalisierung stellten für diese Unternehmen passende Lösungen dar. Für ausschliesslich lokal tätige Unternehmen war dies nicht von Nöten und sie liegen in diesem Bereich weiter zurück. Doch der Rentenantritt der Babyboomer in den nächsten zehn Jahren wird sie dazu zwingen, mehr zu automatisieren und zu digitalisieren, um mit weniger Ressourcen mehr zu erreichen.

Auf welche Partner können Sie ausserhalb des Unternehmens zählen?

Sensile Technologies hätte ohne unsere zuverlässigen Partner, auf die wir jahrelang zählen konnten, nicht über viele Jahre einen solchen Erfolg gehabt. Wir haben uns immer bemüht, das Team so klein wie möglich zu halten und viele Operationen, wie etwa die Produktion und Installation unserer Lösungen, auszulagern. Unsere ersten Kunden und Distributoren sind auch der Schlüssel zu unserem Erfolg.

Wie lautet das Geheimnis einer guten Partnerschaft?

Letztendlich kommt es auf die menschlichen Beziehungen an. Wenn Vertrauen und Respekt vorhanden sind, ist der Rest nicht unüberwindbar. Da wir eine sehr geringe Mitarbeiterfluktuation haben ist es einfacher, diese Beziehung zu unseren Partnern aufrechtzuerhalten.

In welche Richtung werden Sie das Unternehmen steuern? Wie sieht Ihre Zukunftsvision aus?

Wir werden weiter international expandieren, es gibt viele Länder, in denen wir nicht präsent sind. Und wir werden auch weiterhin eine Verbesserung unserer Lösungen anstreben, indem wir die Kosten senken, damit wir am Ende 100 % der Tanks ausstatten können. Parallel dazu werden wir unsere Lösungen weiterhin an andere Anwendungen als Öl und Gas anpassen.

 

Veranstaltungen zu dem Thema neue Geschäftsmodelle für den Export

Switzerland Global Enterprise widmet sich 2017 dem Thema «Geschäftsmodelle neu denken: Der internationale Wettbewerbsvorteil von morgen», um den Schweizer KMU dabei zu helfen, die aktuellen Herausforderungen in ihren internationalen Angelegenheiten zu bewältigen, sie zu informieren und zu vernetzen. In unserem Dossier finden Sie regelmässig neue Artikel, Videos und Studien zu diesem Thema. Halten Sie sich den 28. September 2017 für die Veranstaltung Exporter demain 2017: «Geschäftsmodelle überdenken: Der internationale Wettbewerbsvorteil von morgen.»

 

Das richtige Geschäftsmodell für den Export

Ist Ihr Geschäftsmodell auf Ihre Zielmärkte zugeschnitten? Um das herauszufinden, können Sie an der Länderberatung von Switzerland Global Enterprise teilnehmen. Unsere Spezialisten stellen Ihnen ihr technisches Wissen und ihr globales Netzwerk zur Verfügung. Um mehr über dieses Thema zu erfahren, lesen Sie unser Dossier: Geschäftsmodelle neu denken

 

Cédric Morel

Cédric Morel ist seit 2004 Geschäftsführer von Sensile Technologies.

Er hat einen Master of Science in Materialwirtschaft der EPFL und einen MBA der Universität Lausanne.

Bevor er 2001 als Projektmanager zu Sensile Technologies kam, arbeitete er 3 Jahre in Japan. Er spricht Französisch, Englisch, Deutsch und immer noch ein wenig Japanisch. Seine Leidenschaften sind, neben der Technik, der Trail, die Berge und Tchoukball, ein Sport, der ihn 2004 mit der Schweizer Mannschaft Weltmeister werden liess.

 

Sensile Technologies

Sensile Technologies hat seinen Sitz in Morges und wurde 1999 von Sigfrid Strässler und Peter Ryser an der EPFL gegründet. Das Unternehmen wird heute von Cédric Morel und Jean-Marc Uehlinger geleitet. Sensile Technologies ist ein Pionier auf dem Markt des Internet of Things (IoT). Heute gehört das Unternehmen zu den führenden Anbietern von Lösungen zur Fernmessung von Tanks für die Gas- und Ölindustrie. Die Lösungen ermöglichen eine Optimierung der Logistik und des Einkaufs von Treibstoffen, Benzin, LPG und Schmierstoffen und verbessern gleichzeitig die Qualität des Kundenservice. Sie sind auf der ganzen Welt im Einsatz, insbesondere in Westeuropa, den Vereinigten Staaten, Brasilien und Neuseeland.http://www.sensile.com/de/

Schauen Sie sich auch unsere Rubrik Testimonials an.

Unsere Erfahrungsberichte im Videoformat.

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