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Wie die Digitalisierung den Export verändert: Fünf Tipps für KMU

Digitalisierung und Industrie 4.0 lassen die Grenzen im internationalen Geschäft verwischen. Sie spielen genau in die Hände unserer Exporteure. Fünf Tipps, wie jedes KMU die Transformation starten kann vom CEO von Switzerland Global Enterprise, Daniel Küng.
Wie Schaltkreise werden sich Wertschöpfungsketten netzwerkartig organisieren
Modul mit Schaltkreisen

Die Digitalisierung gibt der Internationalisierung der Wirtschaft massiven Schub. Der Ort, an dem etwas entwickelt und produziert wird, verliert an Bedeutung. Daten und automatisierte Prozesse ölen das Getriebe der Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.

Revolutionär sind die Aussichten für kleine und mittlere hiesige Unternehmen. Die Digitalisierung verschafft ihnen so viele Möglichkeiten, international zu geschäften wie noch nie. Denn durch neue Kooperationswege können sie an Wertschöpfungsnetzwerken überall auf der Welt andocken, ihr spezialisiertes Expertenwissen einbringen und ihre Nischenkompetenz optimal ausspielen. Die Digitalisierung spielt genau in die Hände des Landes der Hidden Champions.

Die Herausforderungen: Wettbewerber werden zu Partnern, die neue Konkurrenz kommt aus Branchen, die früher völlig getrennt voneinander operiert haben. Geschäftsmodelle stehen gnadenlos auf dem Prüfstand. Wer nicht mit der Digitalisierung geht, der wird gegangen.

Mit ihrer Agilität und Innovationskraft, gestählt durch die Frankenstärke, haben Schweizer Unternehmen ein gutes Rüstzeug. Sie müssen aber heute beginnen, ihre Geschäftsmodelle bewusst weiterzuentwickeln – digitale Tools sind dabei kein Selbstzweck. Vielmehr gilt es, die Bedürfnisse der Kunden noch besser kennenzulernen und ihnen kreativen und, wo sinnvoll, digitale Lösungen für ihre Probleme zu präsentieren. Man kann ganz einfach anfangen:

  • 1. In jedem KMU lässt sich ein geeigneter Kollege zum „digital officer“ ernennen: ein digitalaffiner Mitarbeitender, der sich des Themas annimmt, Schulungen besucht, eine Roadmap erstellt für mögliche Projekte im Unternehmen.

  • 2. Bereits heute existieren schon sehr viele Tools, die bei der Digitalisierung des Geschäfts und des Exports helfen – meist muss man das Rad nicht neu erfinden. Ein Beispiel: der Absatzmärkte-Check, den Google und S-GE auf unserer gemeinsamen Plattform Export Digital. Damit lässt sich das Absatzpotential der eigenen Produkte im Zielmarkt testen.

  • 3. Wie können KMU die eigenen Kunden noch besser kennenlernen? Indem sie die Daten, die ihnen vorliegen, systematischer auswerten, indem sie neue Datenquellen finden oder Kooperationen erschliessen, um noch mehr herauszufinden.

  • 4. Wenn die Konkurrenz künftig aus ganz anderen Branchen kommen kann, lohnt es sich, über den Tellerrand zu schauen: wie lösen andere Sektoren ihre Probleme? Wir raten zu mehr Vernetzung, mehr Austausch und auch mehr Nachahmung und Experimenten.

  • 5. Im internationalen Geschäft dreht sich vieles um die Beziehungen zu Kunden und Partnern im Zielland. Diese Beziehungen müssen der sich ändernden Welt standhalten. Wären Sie bereit, ihre Kundendaten mit Ihrem Distributionspartner zu teilen? „Prüfe, wer sich bindet“, gilt auch hier. Die richtigen Kooperationen machen in Zukunft den Unterschied, wenn Sie den Kunden noch besser kennenlernen wollen.

    S-GE steht KMU zur Seite, die sich auf den Weg in neue Märkte machen. Über unser internationales Netzwerk können wir Ihnen helfen, wenn es darum geht, die richtigen Partner in Ihren Zielmärkten zu identifizieren. Wir vermitteln die richtigen Experten für KMU, die in China, den USA oder Südamerika stärker auf digitales Marketing setzen wollen oder eine andere Expertise benötigen.

    2015 haben über 5‘400 Firmen unsere Dienste in Anspruch genommen. Wir wissen also, vor welchen massiven Problemen sie noch immer stehen. Dass langsam die Reserven aufgebraucht sind, dass der Druck auf die Margen immens ist. Und wir verstehen, dass die Erschliessung eines neuen Marktes immer ein grosses Projekt ist, in das einiges an Ressourcen gesteckt werden muss. Doch wir appellieren an unsere KMU: es gibt kein zu Viel, nur ein zu Wenig an Geschäft im Ausland. Die Internationalisierung ist Ihr gangbarer Weg aus der Krise und es ist unsere Mission, Ihnen dabei zur Seite zu stehen, und Ihnen gemeinsam mit unseren Partnern zu zeigen, wie die Digitalisierung dabei helfen kann.

    Der Text erschien zuerst in einer längeren Fassung im Special der Handelszeitung vom 10. November 2016.

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