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Geschäftsmodelle im Export

«Schweizer KMU verdanken ihren Erfolg der Fokussierung auf die eigenen Stärken.»

Künftig ist erfolgreich, wer sein Geschäftsmodell in den einzelnen Märkten gezielt hinterfragt und wo nötig anpasst, um sich rasch auf die ändernden Kunden- und Marktbedürfnisse einzustellen – so die These des diesjährigen CEO-Roundtable von Switzerland Global Enterprise (S-GE). Dazu diskutierten die strategischen Partner von S-GE (Credit Suisse, Axa Winterthur, Swiss und Asendia) Mitte April 2017 mit Gastgeber Daniel Küng, CEO von S-GE.

Andreas Gerber, Leiter KMU-Geschäft Credit Suisse Schweiz
Andreas Gerber, Leiter KMU-Geschäft Credit Suisse Schweiz: "Automatisierung und Effizienzsteigerung gehören zu den grossen Stärken der Schweizer Industrie"

Exportierende KMU: Massnahmen greifen
Andreas Gerber, Leiter KMU-Geschäft Credit Suisse Schweiz, teilt die These und betont, dass das Kostenmanagement einerseits, aber auch die Automatisierung und Effizienzsteigerung andererseits zu den grossen Stärken der Schweizer Industrie gehörten, was die Schweiz auch anlässlich des Euro-Schocks erneut unter Beweis gestellt habe. «Wir sehen im Rahmen der Jahresabschlüsse ein positives Bild», so Gerber. Viele KMU hätten Massnahmen ergriffen und konnten infolge ihre Margen ausweiten oder halten, allerdings oft auch zu Lasten von Arbeitsplätzen durch Auslagerung oder Automatisierung. Eine positive Exportstimmung zeigen auch die aktuellen KMU-Exportperspektiven vom 2. Quartal 2017. Bei der Umfrage rechnet jedes zweite KMU mit steigenden Exporten. Die Zuversicht zieht sich über alle Branchen. Trotzdem gebe es weiterhin Firmen, die stark unter der Währungssituation leiden. «Insgesamt hat sich die Industrie der neuen Realität aber gut angepasst», sagt Gerber.

Andreas Gerber, Leiter KMU-Geschäft Credit Suisse Schweiz, im Video zur Auswirkung der Digitalisierung auf die Dienstleistungsbranche und darüber, welches Thema die Credit Suisse 2018 beschäftigen wird.

Investitionen in die Digitalisierung: Optimistisch für die Schweizer Industrie
Das Umfeld sei positiver geworden, so Gerber weiter. «Schweizer Firmen – vom kleinen Gewerbler bis zum grossen Industriekonzern – sind liquiditätsstark. Hier kann sich die Schweiz klar vom Ausland abheben. «Schweizer Firmen seien tiefer verschuldet, besser finanziert und verfügen über eine höhere Liquidität, meint Gerber. Die Kreditnachfrage habe sich in den letzten sechs Jahren nicht wesentlich verändert. Sie nehme zu bei Übernahmen, aber Investitionen in die Digitalisierung, in Innovation, in neue Produktionsstrassen oder in die Verlagerung des Geschäftsmodells seien konstant geblieben.

Das Umfeld ist positiver geworden.

Wettbewerbsfähigkeit: Müssen KMU ihr Geschäftsmodell fundamental hinterfragen?
Andreas Gerber beobachtet nicht, dass KMU ihr Geschäftsmodell fundamental ändern würden, auch wenn es zwischen den Branchen grosse Unterschiede geben könne. «Ich bin nicht sicher, ob ein radikales Umdenken nötig ist. «Was man aber sieht, ist, dass KMU Tätigkeiten oder Bereiche zurückfahren oder verkaufen, die nicht profitabel sind – also eine klare Fokussierung auf die eigenen Stärken».

Digitalisierung und Nähe zum Kunden als Antwort auf neue Kundenbedürfnisse
«Der Dienstleistungssektor ist erstaunlicherweise der letzte Sektor, der von der Digitalisierung erfasst wird. Hier stehen uns massive Veränderungen bevor – Berufsprofile verändern sich, Arbeitsplätze verschwinden», prognostiziert Gerber. Im Banken- und Versicherungssektor bietet die Digitalisierung aber auch enormes Potenzial. Die Credit Suisse reagiert auf neue Kundenbedürfnisse und Veränderungen, indem sie im Bereich der Finanzierung eine ganz andere Produktpallette anbietet als früher: vom Eigenkapital über Mezzanine Finance, zur traditionellen Finanzierung oder Unterstützung für Start-ups etwa. «Zudem bieten wir Unternehmerreisen an, zum Beispiel nach Asien», so Gerber weiter, «auch in Zusammenarbeit mit S-GE.» Dadurch erhalten KMU Kontakte vor Ort und Zugang zu neuen Absatzmärkten. «Asien ist und bleibt ein Magnet», sagt Gerber. China, Indien und Indonesien haben zusammen fast drei Milliarden Einwohner. Und der helvetische Unternehmersinn kommt gut an.» (Mehr dazu im aktuellen Credit Suisse Bulletin 1/17 – Das neue Asien).

Den Unterschied macht für Gerber auch in Zukunft der Mensch:

Mitarbeiter- und Kundenorientierung stehen im Vordergrund. Know-how, Information, eine gute Dienstleistung, den Kunden kennen – all dies hängt letztlich vom Menschen ab!

Die Strategischen Partner von S-GE im Gespräch: Lesen Sie die Interviews Christian Wyss (Swiss), Marina Bartetzko (Asendia) und Dieter Gosteli (AXA Winterthur).

Andreas Gerber
Andreas Gerber (Jg. 1968) trat 1989 in die Credit Suisse ein und leitet seit April 2015 das KMU-Geschäft Schweiz. Sein beruflicher Werdegang führte ihn von der Betreuung börsenkotierter Grosskunden über die Leitung des Firmenkundengeschäfts im Marktgebiet Bern zum Leiter KMU Region Mittelland im Jahr 2006. Im September 2010 wechselte er nach Zürich und führte dort während 4 Jahren das Firmenkundengeschäft der Region Zürich & Schaffhausen. Er ist studierter Betriebsökonom FH und absolvierte das Executive Program am Swiss Finance Institute in Zürich sowie an der Tuck School of Business at Dartmouth in Hanover (USA). Im Jahr 2009 wurde er zum Managing Director befördert.

Credit Suisse AG
Die Credit Suisse AG ist einer der weltweit führenden Finanzdienstleister und gehört zur Unternehmensgruppe der Credit Suisse (nachfolgend «die Credit Suisse»). Als integrierte Bank kann die Credit Suisse ihren Kunden ihre Expertise aus Private Banking, Investment Banking und Asset Management aus einer Hand anbieten. Die Credit Suisse bietet Unternehmen, institutionellen Kunden und vermögenden Privatkunden weltweit sowie Retailkunden in der Schweiz fachspezifische Beratung, umfassende Lösungen und innovative Produkte. Die Credit Suisse mit Hauptsitz in Zürich ist in über 50 Ländern tätig und beschäftigt etwa 47’170 Mitarbeitende. Die Namenaktien (CSGN) der Credit Suisse Group AG, der Muttergesellschaft der Credit Suisse, sind in der Schweiz sowie, in Form von American Depositary Shares (CS), in New York kotiert.

Aussenwirtschaftsforum 2017 am 18. Mai 2017, Messe Zürich: Geschäftsmodelle neu denken
Treffen Sie Andreas Gerber am Aussenwirtschaftsforum von Switzerland Global Enterprise am 18. Mai in der Messe Zürich – dem Treffpunkt des Jahres für alle Schweizer Exporteure. Vor allem kleine und mittelgrosse Firmen finden hier Inspiration und praktische Ratschläge für ihr internationales Business: zum Beispiel mit der Keynote-Rede von Dr. Christoph Loos, CEO Hilti Corporation, zum Thema «Werkzeug-as-a-service» oder in einem der Executive Talk in kleiner Runde, zum Beispiel mit Marcel Pawlicek, CEO Burckhardt Compression zum Thema «Unternehmensstrukturen im Wandel – Organisationen befähigen, Kundenbedürfnisse zu erfüllen». In den grosszügigen Pausen und beim Apéro Riche gibt es Raum zum Austausch mit über 600 Teilnehmern und zahlreichen KMU, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen oder einige davon schon erfolgreich gemeistert haben. Anmeldung und Programm unter www.s-ge.com/awf

Die Strategischen Partner AXA Winterthur und Asendia im Video.

#awf17

#businessmodels

Andreas Gerber, Leiter KMU-Geschäft Credit Suisse Schweiz, zum Thema Geschäftsmodelle im Export

Die Strategischen Partner von S-GE am CEO-Roundtable zum Thema Geschäftsmodelle im Export

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